Nachgefragt bei Frank Bender, Presse-Promotion EMI Electrola

Trotz der letzten Pleiten von Internetunternehmen ist die Bedeutung des Netz für Information und Promotion unbestritten. MUSIKWoche wollte von der Industrie wissen, ob Musikzeitschriften wie „Musikexpress“ oder „Rolling Stone“ noch die Rolle spielen, die sie vor zehn Jahren hatten.

MUSIKWoche: Wie wichtig sind die Print-Titel der Musikpublikumszeitschriften in der Promotion-Arbeit?

Frank Bender: Sie haben für uns nach wie vor einen hohen Wert, weil wir damit musikinteressierte Menschen direkt ansprechen.

MW: Hat sich deren Wichtigkeit in den letzten fünf bis zehn Jahren zugunsten TV oder Internet-Musikseiten verschoben?

Bender: Ich denke nicht. Bei bestimmten Themen ist die Musikpresse der wichtigste Bestandteil einer Kampagne. Sie ist auch nicht durch andere Medien zu ersetzen.

MW: Können Print-Titel noch einzelne Themen breaken?

Bender: Natürlich. Bestes Beispiel ist dafür die aktuelle Radiohead-CD, „Kid A“. Das Album stieg auf den vierten Platz ein, obwohl die Band weder ein Video produziert noch eine Single auskoppelt hatte. Dafür hatte Radiohead aber eine massive Presse

MW: Welche Prognose stellen Sie für die Entwicklung der Musikzeitschriften?

Bender: Die Musikzeitschriften werden sich auf dem heutigen Niveau halten. Spartenmagazine wie „Juice“ sehe ich eher als Ergänzung für Leser, die sich speziell für dieses Genre interessieren und mehr Infos über die Szene haben wollen.