Nach dem Scheitern der Fusions-Verhandlungen: EMI will den Gürtel enger schnallen

Die Verhandlungen über die geplante Fusion mit BMG sind gescheitert, jetzt steht Sparen auf der Tagesordnung von EMI: Britischen Zeitungen zufolge will die Plattenfirma ihre Distributions- und Duplikations-Sparte mit der von BMG zusammenlegen.

EMI Group Chairman Eric Nicoli kommentierte diese Spekulation nicht direkt, meinte aber, dass EMI mit der Reduzierung der Kosten fortfahren wird. Insider schätzen, dass EMI durch die Zusammenlegung bis zu 50 Millionen Dollar pro Jahr sparen kann. Allein durch die Aufgabe eigener Presswerke sei eine Ersparnis von 15 bis 20 Millionen Dollar pro Jahr möglich, erklärte EMI-Finanzchef Tony Bates.

Bates deutete an, dass sich aus dem Verzicht auf eine eigene Distribution noch einmal ähnlich viel einsparen lasse. Auch im Hause BMG könnte in den nächsten Monaten ein Sparkurs angesagt sein: Der „Spiegel“ berichtete, dass BMG das laufende Geschäftsjahr unter Umständen mit einem Verlust abschließen muss. Bereits zum Ende des ersten Halbjahres habe das Unternehmen sein Planziel um 180 Millionen Mark verfehlt.

Als Gründe nennt das Magazin Strukturveränderungen sowie Managementwechsel. Der „Spiegel“ zitiert ein internes Firmenpapier, in dem von einer „schwachen Marktposition in Schlüsselmärkten“ und einem „strategischen Dilemma“ die Rede ist und ein „mutiger Schritt“ gefordert wird. Die edel music AG wies dagegen am 8. Mai Gerüchte zurück, nach denen BMG bei dem Indie einsteigen wird. „Bei edel gibt es solche Überlegungen nicht“, erklärte Unternehmenssprecher Dr. André Schirmer.