Abseits der aktuell vorherrschenden Debatte um alternative Promotion- und Distributionsformen von musikalischen Inhalten wollten die Panelteilnehmer klären, ob und wie sich Enstehung, Wahrnehmung, Nutzung und auch der Konsum von Musik in der digitalen Ära ändern.
Zu diesem Thema waren geladen: Tim Renner, Universal Music Deutschland, Elmar Giglinger, Programmdirektor MTV, Dr. Hans-Herwig Geyer, Leiter Kommunikation GEMA, Dr. Marlene Wartenberg, Generalsekretärin Deutscher Musikrat und Rudi Gassner, designierter Chairman, President und CEO von BMG Entertainment. Als Moderator fungierte Christian Seidl, Redaktionsleiter des Jugendmagazins „jetzt“ der „Süddeutschen Zeitung“.
Kernfrage sollte sein, welche Quellen für den Nachschub von Musik sich im Internet erschließen lassen. Im Laufe der Veranstaltung wurde schnell klar, dass bereits länger bekannte Positionen zu dieser Frage weiterhin Gültigkeit haben. So meinte Tim Renner auf die Frage, ob Plattenfirmen künftig noch nötig sein werden: „Je größer das Angebot neuer Musik im Netz wird, desto schwieriger wird es für die einzelnen Künstler gefunden zu werden.“ Diese Aufgabe fiele auch in Zukunft den Plattenfirmen mit ihrer A&R- und Marketingkompetenz zu. Es bestünde nicht das Problem, dass Plattenfirmen eine zu geringe Repertoire-Dichte vorzuweisen hätten, so Renner.
Das Problem sei vielmehr, das breite Angebot, das alle Plattenfirmen haben, breitenwirksam zu kommunizieren. Hier biete das Internet Chancen, den viel zitierten „medialen Flaschenhals“ zu umgehen. Dem stimmte Hans-Herwig Geyer zu und erwähnte, dass bei der GEMA monatlich rund 10.000 Werke neu angemeldet werden. „Und wieviele von denen kommen in den Medien tatsächlich zum Einsatz?“, so sein Vorwurf. Marlene Wartenberg ergänzte, dass auch Nachwuchswettbewerbe und Förderprojekte fast ausschließlich von öffentlich-rechtlichen Anstalten unterstützt würden.
So drehte sich die Podiumsdiskussion letztlich mehr um die Rolle der Medien, dem unzureichenden Schutz von Urheberrechten im Netz und neue Rezeptions- und Vertriebsformen von Musik. Zu der im Programmheft gestellten Frage, „Wo entsteht und spielt die Musik, die zukünftig gehört und gekauft werden soll?“, brachte die Veranstaltung also keine neuen Erkenntnisse.





