Münchner Medientage: Der rechte Weg zum neuen Radio

Im Rahmen der Münchner Medientage diskutierten Vertreter aus Tonträgerindustrie und Rundfunk über die Herausforderungen, die durch die neuen Verbreitungstechnologien von Musik für den Schutz der Urheberrechte entstehen.

Im Zentrum standen dabei sowohl die verschiedenen neuen Übertragungsformen von Radio im Internet, wie auch die gewandelte Situation auf dem Gebiet der traditionellen Radiosender. Dr. Dr. Martin Schaefer, Bundesverbands Phono, wies darauf hin, dass die bestehenden Gesetze für die veränderte Situation nicht mehr ausreichend seien. Der Verband wünsche sich, nach dem Vorbild der Filmindustrie, ein Exklusivrecht auf Musikaufnahmen, die vom jeweiligen Sender erworben werden müssen.

Dies würde dem Verband eine stärkere Position verschaffen, um eine angemessene Vergütung zu gewährleisten. Vor einem solchen Exklusivrecht warnte Eva-Maria Michel, Jusitiarin des WDR. Eine strengere gesetzliche Handhabe dürfe nicht zur Entstehung einer Unterhaltungselite führen, die einem Großteil der Bevölkerung den Zugang zur Musik verwehrt. Es müsse gewährleistet bleiben, dass die öffentlich-rechtlichen Stationen eine Grundversorgung bieten können und damit zur Demokratisierung und Popularisierung der Musik beitragen, und das auch im Internet. Phonoverbands-Geschäftsführer Peter Zombik wies auf die veränderte Situation im traditionellen Radio-Markt hin: „Früher haben die Sender Hits gemacht, heute spielen sie die Hits tot.“