Mozarts neuentdeckte Oper auf CD

Der Traum eines jeden Musikwissenschaftlers ging für David J. Buch im Sommer 1996 in Erfüllung: Er entdeckte ein bislang unbekanntes Werk.

Buch stöberte in den Archiven der Universitäts- und Stadtbibliothek Hamburg und stieß auf die Partitur eines Singspiels mit dem Titel „Der Stein der Weisen“. Es zeigte sich: Auf einigen Nummern des Werks stand der Name Mozart. Die Entdeckung machte Schlagzeilen; jetzt folgt die Gesamtaufnahme des Stückes, das sich als Vorläufer der „Zauberflöte“ entpuppt (Telarc/in-akustik CD-80508).

Der Text zur Oper „Der Stein der Weisen oder Die Zauberinsel“ stammt vom Theaterimpresario, Schauspieler, Autor und Komponisten Emmanuel Schikaneder, der auch das Libretto für „Die Zauberflöte“ schrieb. Das Werk wurde 1790 uraufgeführt; für die Komposition sorgten fünf Tonsetzer: neben Schikaneder der Kapellmeister Johann Baptist Henneberg, die Sänger Benedikt Schack und Franz Xaver Gerl sowie Mozart, der ein „Katzenduett“ und das Finale beisteuerte. Die Handlung ist ähnlich „zauberhaft“ wie die Geschichte um die Königin der Nacht: Zwei Götter liegen im Streit um den Stein der Weisen. Die Menschen, die vor allem den guten Gott Astromonte verehren, werden in den Rachefeldzug des bösen Gottes Eutifronte hineingezogen. Bis zum Ende vergehen gut zwei Stunden – mit Musik, die oft an die „Zauberflöte“ erinnert. Martin Pearlman und sein Ensemble Boston Baroque nahmen das Werk als Weltpremiere auf Originalinstrumenten auf.