“Für mich bedeutet das Kürzel AMM: Alle Machen Mit.“ Das Fazit von Markus Friedheim, Produktmanager bei eastwest, zur dritten Gesellschafterversammlung der aktiv Musik Marketing GmbH & Co. KG (AMM) fiel denn auch rundum positiv aus: „Diese Veranstaltung hat gezeigt, daß der Verbund in sich geschlossen ist, daß jeder weiß, um was es geht, daß jeder das gleiche Ziel verfolgt. Ich habe hier AMM in einer extrem dynamischen Art und Weise erlebt.“
Wie ihm erging es wohl allen Gästen sowie den rund 160 anwesenden Gesellschaftern des Händlerzusammenschlusses. Es mag eine steife Brise in der Branche wehen, die auch der Handel zu spüren bekommt. Doch der AMM stellt sich den Herausforderungen mit kaufmännischem Geschick und kreativem Gestaltungswillen – so der Eindruck bei der rundum gelungenen Veranstaltung vom 20. bis 22. März im Hotel La Strada in Kassel. „Wir wollen die Leistungsfähigkeit der Händler erhöhen“, sagt Geschäftsführer Uwe Imhof und bringt damit die grundlegende Orientierung der Händlervereinigung auf den Punkt. Und er betont: „Wir verstehen uns als Unternehmen, das die Individualität vor Ort erhält. An dieser Struktur wollen wir nichts verändern.“
Verändert wurde indes der Gesellschaftervertrag in einem kleinem, aber wichtigen Passus. Der Firmenzweck nennt jetzt auch die „Organisation eines zentralen Einkaufs von Neuheiten“. Mit 202 angeschlossenen Outlets stellt AMM mittlerweile eine respektable Einkaufsgröße dar, die es zum Nutzen der Mitglieder einzusetzen gilt. Immerhin ist der AMM mit 25 Prozent Marktanteil bei der Klassik der absolute Marktführer in diesem Segment. Ein fünfköpfiges Service-Team um Leiter Axel Brandt soll ab Mai unter anderem Marketingmaßnahmen am Point of Sale unterstützen, die Corporate Identity (CI) mit geeigneten Maßnahmen forcieren und Unternehmensberatung vermitteln. Die Etablierung der CI, die mit dem neuen Logo im vergangenen Jahr einsetzte, soll dann in die zweite Phase treten. Im Mai soll zudem eine größere Aktion mit Gewinnspiel stattfinden, um überregionale Marketingstrategien durchzubringen, so daß sich der AMM auch für den Verbraucher klar profiliert. Diesem Zweck dient auch die Internet-Seite, die noch in diesem Jahr aus dem Baustellenstadium heraustreten und dann Produkt- und Händlerinfos sowie das Aktiv-Magazin präsentieren soll. Die anwesenden Vertreter der Plattenfirmen – von PMV, eastwest, SPV/Dance Street, EMI, Warner Special Marketing – zeigten sich denn auch von der Dynamik des AMM beeindruckt. Sie stellten ihre wichtigen neuen Produkte vor, und bei der großen Gala am Samstagabend mit mehr als 200 Gästen traten einige Künstler auch live auf: Rosenstolz, Bürger Lars Dietrich, Michelle, Sequential One und Capuccino; bei Sash und R’n’G war der ganze Saal auf den Beinen.
Während der anschließenden langen Nacht in der Hotel-Bar begeisterte dann noch die Intercord-Gruppe Stepahead, unter anderem mit einer raffinierten Balladenversion von „Barbie Girl“. Im Rahmen der Tagung referierte WSM-Geschäftsführer Thomas Schenk über die Entwicklung bei den Compilations, und die Aktivisten befaßten sich unter anderem auch mit der Einführung der Digital Video Disc. DVD-Player sollen zu Vorführzwecken ab 6. April in den Läden stehen, dazu gibt es das erste Filmpaket von Columbia. Auch bei der diesjährigen PopKomm. will AMM „den Handel mit aller Kraft einbinden“, so Uwe Imhof – am gemeinsamen Stand mit GDM und Aktiv-Magazin sowie auf der Aktivbühne beim Ringfest. Imhof und seine Kollegen blicken jedenfalls mit Optimismus in die Zukunft: „Wir haben Präsentationen auf hohem Niveau erlebt“, sagt Imhof. „Mit diesen Produkten haben wir gute Aussichten, in den nächsten Monaten hohe Umsätze zu erzielen.“ Und er betont: „Es muß wieder darum gehen, Musik zu verkaufen, und unsere Motivation kommt von den Produkten.“
Im übrigen ist Imhof sicher, daß es bald aufwärts geht: „Ein Ruck wird durch die Republik gehen, wenn wir erst einmal die Wahlen im Herbst hinter uns haben.“ Sicher ist schon jetzt: Mit AMM sitzen die Händler dann in der ersten Reihe.





