Mercury baut Radio-Promotion um

Der Wegfall der Airplay-Beimischung in den Single-Verkaufs-Charts zum 1. Januar diesen Jahres führt auch in den Plattenfirmen zu Änderungen: Die Universal-Division Mercury stellt ihre Radiopromotionabteilung um und verstärkt den Bereich Mainstream.

Vor den Veränderungen hatte die Radiopromotion drei feste und einen externen Promoter, die in vier Gebiete eingeteilt waren: Nord, Süd, Ost und „Mittewest“. Jetzt folgt die Aufteilung in die verschiedenen musikalischen Ausrichtungen der Radiosender.

Drei Radiopromotionmanager sind für die Stationen der Format-Airplay-Sender „Young“, deren Online-Abteilungen und die Uni-Radios zuständig. Fünf externe Freelancer, die nicht exklusiv für Mercury arbeiten, betreuen Sender, die dem Format „Mainstream“ zuzuordnen sind. Für den Bereich „Konservativ“ sind keine Promotionaktivitäten vorgesehen, was laut Sven Kilthau-Lander, Leiter der Promotionabteilung, daran liegt, dass Mercury in diesem Bereich kein Repertoire hat.

Die strategische Neuaufstellung der Radiopromotion sieht Kilthau-Lander als „fantastische Möglichkeit, kreative Konzepte noch konzentrierter umzusetzen“. Zum anderen verspricht er sich davon, „Newcomer-Themen noch intensiver und ausdauernder zu bearbeiten“. Die Radiopromotion leitet seit Januar von Nikolaus Steinhagen. Steinhagen betreute zuvor den Bereich West als Radiopromoter. Jetzt ist er für die Arbeit der externen Promoter und der „Young“-Abteilung verantwortlich und berichtet an Kilthau-Lander.

Der Promotionchef kündigte an, dass die Neuorientierung seiner Radioabteilung auch für die Sender Folgen haben wird: „Einige Stationen wollen weder Künstler breaken, noch Hits machen, sondern nur Hits spielen. Andere dagegen geben sich äußerst kooperativ. Die Zusammenarbeit mit diesen muss und wird noch konzentrierter werden.“ Dies könne „zum bewussten Bruch mit bestimmten Sendern führen, die nur die Charts spielen“. Einigen dieser Stationen habe Mercury bereits die Bemusterungsverträge gekündigt.

Generell glaubt Kilthau-Lander an die Kraft des Mediums: „Es hat zwar durch die Chart-Radios etwas an Stellenwert verloren, kann aber immer noch Konzepte am schnellsten umsetzen.‘