Meeting der GERA – Globaler Händlerbund packt Probleme an

Im Rahmen der Frühjahrstagung der National Association Of Recording Merchandisers (NARM) trafen sich die Repräsentanten der Global Entertainment Retail Association (GERA) zum Erfahrungsaustausch. Wachsende Mitgliederzahlen zeugen von der gestiegenen Bedeutung der internationalen Händler-Organisation.

Als „sehr fruchtbar“ bezeichnet Theo van Sloten, Ko-Vorsitzender der GERA, die Gespräche der auf Verbände aus zwölf Mitgliedstaaten angewachsenen Organisation. „Es geht Schritt für Schritt voran“, bekräftigt Ko-Direktorin Pam Horovitz. Mit der Festlegung einer Satzung sowie einer spürbaren Expansion habe die GERA ihre ersten Ziele erreicht. Erstmals vertreten waren in Orlando die Verbände SDSD aus Frankreich, PAMM (Philippinen), CDV-J (Japan) und BERA (Belgien).

Aus Deutschland nahmen GDM-Geschäftsführer Heinz Stroh, Michael Huchthausen(Vorsitzender des Fachverbands Tonträger im GDM) und HAMM-Vorsitzender Wolfgang Orthmayr an dem Treffen teil.

Im Mittelpunkt stand der Online-Vertrieb von Musik. So informierten Vertreter mehrerer Majors über ihre Strategien zur digitalen Distribution. Dabei ergab sich laut Heinz Stroh ein „sehr uneinheitliches Bild“. Diese Ansicht unterstreicht auch Theo van Sloten, der anmerkt, die Pläne der Industrie seien „nicht transparent“. In punkto Musik im Netz sei gegenwärtig „ein riesiger Wald, aber kein Baum zu erkennen“.

Auch die SDMI-Initiative stand in Orlando auf der Tagesordnung. In diesem Jahr will die GERA laut Pam Horovitz weitere Mitglieder akquirieren, die interne Kommunikation fördern und eine aktivere Rolle bei der Bewältigung wichtiger Aufgaben spielen. Deshalb habe der Verband auch mit dem Australier Rob Walker (AMRA) einen dritten Ko-Vorsitzenden ernannt. Künftig repräsentiert Pam Horovitz Nord- und Südamerika, Theo van Sloten Europa und Walker den „Rest der Welt“.

Wolfgang Orthmayr ergänzt, dass sich die GERA in Zukunft auch um Themen wie die Erstellung weltweiter Charts, die Planung global einheitlicher Termine für Neuerscheinungen und die Etablierung einheitlicher Verpackungsstandards für DVDs kümmern werde. Alle Beteiligten betonten, dass Piraterie und Urheberrechtsverletzungen durch Internet-Dienste die Tonträgerhändler weltweit vor die gleichen Probleme stellen, die nur gemeinsam zu lösen seien.

Das nächste GERA-Gesamttreffen wird im Rahmen der Popkomm. stattfinden. Wie Heinz Stroh berichtet, wollen sich die europäischen Mitglieder in diesem Jahr zudem separat zusammen setzen, um Problemfelder, die durch die EU-Situation entstanden seien, zu erörtern. Laut Wolfgang Orthmayr habe die GERA bereits „auf europäischer Basis eine Erklärung in Sachen,anti piracy“ verfasst“, die in Kürze an den zuständigen EU-Kommissar übergeben werde. In Planung seien entsprechende Erklärungen „zur gewünschten Gleichbehandlung der Umsatzsteuer bei On- und Offline-Transaktionen sowie zu einem geringeren Umsatzsteuersatz für CDs“.