“Wir haben Prinz als Medienhaus konzipiert“, erklärt Geschäftstellen- und Verkaufsleiter Werner Dormbach. „Und sind heute das älteste Medienhaus in Europa.“ Bei der Entwicklung des Geschäftskonzepts orientierten sich die Macher von Prinz am Beispiel der Gemini-Läden der Kaufhalle-Gruppe aus 80er-Jahren.
Der Inhaber des Medienhauses, Verleger Thomas Ganske („Merian“, „Die Woche“, „Prinz“), griff diese Idee auf, um sie in Mannheim unter dem Namen Prinz neu umzusetzen. „Ich halte viel von diesem Konzept“, erläutert Dormbach. Zudem zeigen die Erfolge von Dussmann – Das KulturKaufhaus und die Eröffnung von L&P Musics die Aktualität dieses Konzepts. „Jede deutsche Großstadt sollte ein Medienhaus haben.“
Das Medienhaus Prinz bietet auf einer Verkaufsfläche von 4000 Quadratmetern Tonträger, Videos und Bücher auf vier Etagen an. Dabei halten sich Aufteilung und Umsatz zwischen Buch und Software mit jeweils rund 80.000 Titeln etwa in der Waage. Das Konzept ergänzt zudem noch das 1997 eingerichtete eigenständige Vedes-Spielwarengeschäft im Tiefgeschoss des Medienhauses.
Dormbach betont die Bedeutung der eigenständigen Fachabteilungen und der qualifizierten Mitarbeiter: „So ein breites Sortiment können wir nur Dank unserer Spitzenleute betreuen. Dafür haben wir im Tonträgerbereich quasi acht kleine Fachgeschäfte unter einem Dach und in jeder Abteilung steht mindestens ein absoluter Fachmann.“
Zum CD-Team gehören bei Prinz 15 Leute, darunter die Abteilungsleiter Renée Genzel (Pop), Frank Sturm (Jazz), Manfred Hoenerloh (Klassik), Holger Konetzny (Video) und Anne Riegler (Unterhaltung). „Wir arbeiten heute noch mit fast derselben Mannschaft wie vor zehn Jahren.“ Im Bereich Tonträger teilte das Medienhaus seine Abteilungen in eine eher ruhige zweite Etage mit einem Schwerpunkt auf Jazz, Klassik und Videos sowie eine eher populäre dritte Etage, in der inzwischen auch eine Games-Abteilung Platz fand.
Neben einem Importanteil von rund 15 Prozent und einem Klassikbereich, der zweistellige Wachstumsraten aufweist, liegen die Schwerpunkte bei Prinz heute vor allem auf dem Backkatalog und auf Nischenthemen. Laut Dormbach resultiert das vor allem daraus, dass in diesen Bereichen der Preiskampf mit den Mitbewerbern nicht so ausgeprägt sei. „Unsere Aufgabe als Fachhändler ist es, besondere Titel aus dem gesamten Angebot herauszuzpicken und sie dem Endverbraucher zu vermitteln. Bei der Vielzahl der Titel brauchen unsere Kunden die Beratung.“
Um diese Beratung zu gewährleisten, verlegte Prinz die Arbeitspläze der Disponenten in den Verkaufsbereich. So finden die Kunden bei Fragen einen Ansprechpartner, der laut Dormbach bestens über den aktuellen Warenbestand und die kommenden Neuerscheinungen informiert ist: „Bei mir muss der Disponent seine Ware auch selbst einräumen. Der Mann mit Know-How macht bei uns alles.“
Um den eigenen Charakter der einzelnen Fachabteilungen herauszustellen, liefert eine auf die jeweiligen Bereiche ausgerichtete Ladenbeschallung die passsende Einkaufsatmosphäre. Für zusätzliche Stimmung sorgen regelmäßtige Auftritte und Lesungen. Unter anderem traten bereits Xavier Naidoo, George Moustaki und Joe Zawinul oder die Lokalhelden der Mannheim Uroband bei Prinz auf. Auf lokale Größen setzen Dormbach und sein Team auch im Rahmen der Jubiläumsfeier: Am 18. November treten in der Zeit von zehn bis 16 Uhr insgesamt zehn Bands aus Mannheim und Umgebung auf zwei Bühnen im Geschäft auf.





