Medadeth mag jetzt lieber Melodien

Programmatischen Charakter hat der Titel des aktuellen Megadeth-Albums: „Risk“ (EMI). Die Gruppe aus San Francisco setzt damit voll auf Risiko.

1992 sagte Megadeth dem bis dahin gepflegten Thrash- und Speedmetal goodbye. Nun mixen die Kalifornier auf „Risk“ Einflüsse aus Blues, Psychedelic Rock, Punk, Pop, World Music, Crossover und Heavy Rock. Sie integrieren Streicher, orientalische Melodik und pulsierende Elektrobeats. Bandleader, Gitarrist und Sänger Dave Mustaine nennt das einen „weiteren Schritt in der musikalischen Entwicklung von Megadeth“. Er sagt im Gespräch mit MUSIKWoche: „Ich habe viel auf einer Akustikgitarre komponiert. Die Stücke klingen noch besser, wenn man sie dann auf einer elektrischen Gitarre spielt.“ Ihm sei es diesmal vor allem auf die Melodien angekommen, „ohne daß dabei die Härte zu kurz kommt.“ Gereift präsentiert sich die Band um Mustaine, der nach eigenem Bekunden die Wettbewerbsmentalität im Heavy-Metal-Genre – nach dem Motto „wer spielt schneller, wer noch lauter?“ – satt hat. „Das ermüdet auf Dauer, zumal dann, wenn man ständig gewinnt.“ Auch wenn sein einst nicht gerade gering ausgeprägtes Ego bei diesem Satz noch durchscheint, versteht es Mustaine inzwischen, sich zu zügeln. So bereite es ihm keine Probleme, sagt er, als Opener für Iron Maiden durch die Welt zu touren. „Die Kombination dieser beiden Bands beschert uns ungeheure Publicity, und so waren die meisten Konzerte in Europa auch umgehend ausverkauft. Das hilft uns enorm weiter, zumal der Heavy Rock jetzt wieder stark an Popularität zu gewinnen scheint.‘