“King Crimson ist weder eine demokratische Band, noch handelt es sich um eine undemokratische Formation.“ Der Gitarrenvirtuose Robert Fripp, letztes Gründungsmitglied der 1967 entstandenen Kultband, tut sich mit der Definition schwer. Er sei nicht der große Boss, darauf lege er Wert. „Es ist eine Formation, die in immer wieder unterschiedlichen Konfigurationen arbeitet“, sagt Fripp im Gespräch mit MUSIKWoche – derzeit besteht sie neben ihm aus Gitarrist und Sänger Adrian Belew, Gitarrist Trey Gunn und Drummer Pat Mastelotto. Das neue Album des Quartetts trägt den Titel „The KonstruKction Of Light„, und mit diesem Programm ist King Crimson seit 30. Mai für acht Konzerte in Deutschland unterwegs. „Wer nur King-Crimson-Klassiker hören will, sollte allerdings am besten gleich daheim bleiben, weil wir diese Stücke nicht spielen“, warnt Fripp vorsichtshalber. „Wir wollen diesmal bewusst jüngere Musikfans ansprechen.“ Im Studio von Adrian Belew entstand „The ConstruKCtion Of Light“, wobei es sich laut Fripp um weitgehend durchkomponierte und -arrangierte Stücke handelt. „Parallel haben wir mit,Heaven On Earth“ ein zweites Album aufgenommen, das es nur via Mailorder und bei den Konzerten gibt und das durchweg improvisierte Musik enthält.“ King Crimson sei wohl die einzige Band, die bei ihrer Plattenfirma – seit Jahren Virgin – nur per Handschlag unter Vertrag steht und parallel über das eigene Label Discipline Global Mobile weitere Alben wie zuletzt die 4-CD-Box „The Projekcts“ oder „The Joy Of Molybdenum“ von der Trey Gunn Band herausbringt. Über seine Rolle bei King Crimson sagt der 54-jährige Gitarrist: „King Crimson ist eine wiedererkennbare Infrastruktur, die wechselnde Leute nutzen, um ihre musikalischen Vorstellungen zu verwirklichen. Und ich bin dabei so etwas wie der Navigator.“
King Crimson – Infrastruktur mit Navigator
Seit der Gründung 1967 hat die Gruppe King Crimson viele stilistische Kurswechsel und noch mehr personelle Umbesetzungen überlebt. Nur Robert Fripp war von Anfang an dabei.





