Jupiter MMXI untersucht Verhalten von Onlineshoppern: E-Commerce hat weiter Zukunft

Trotz der jüngsten Pleiten einiger namhafter Internetfirmen bleibt E-Commerce ein Geschäft mit Zukunftspotenzial. Das belegt eine neue Studie der Marktforscher von Jupiter MMXI. Demnach sollen die Zahl der Onlineshopper und die E-Commerce-Umsätze in den nächsten Jahren enorm zulegen.

Laut Jupiter sind die Konkurse der letzten Wochen nicht zwangsläufig auf die allgemeine Skepsis gegenüber den Online-Angeboten oder gar auf ein generelles Versagen des elektronischen Handels zurückzuführen. Firmen wie Boxman, CyberradioTV, mov.a.bit oder dock11 seien vielmehr Opfer einer unvermeidlichen Konsolidierung des Onlinemarkts geworden. Eine Umfrage von Jupiter zu Einstellung und Verhalten der Internetnutzer in sieben europäischen Kernmärkten zeigt, dass sich die Zahl der Onlineshopper und die daraus resultierenden Umsätze im E-Commerce in den nächsten Jahren massiv verändern werden.

Die Marktforscher befragten 19.000 Erwachsene in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland. Von den Antworten wurden aus methodischen Gründen nur 6000 berücksichtigt. Daraus ergab sich eine drei geteilte Typologie von Internetkonsumenten: 1. Newbies, mit einer Online-Erfahrung von maximal einem Jahr. 2. Intermediates, mit ein- bis zweijähriger Erfahrung. 3. Veterans, die das Netz seit mehr als zwei Jahren nutzen. Bei der Auswertung wurde deutlich, dass die Bereitschaft der User online einzukaufen mit zunehmender Interneterfahrung steigt: Nur elf Prozent der Newbies sind Onlineshopper; bei den Veterans sind es dagegen 41 Prozent.

Zudem gaben 34 Prozent der Newbies an, pro Jahr Waren im Wert von bis zu 100 Euro zu kaufen. Dagegen geben 25 Prozent der Veterans jährlich über 1000 Euro im Netz aus. Bestätigung findet dieser Trend im Vergleich der „Online-Reife“ der verschiedenen Märkte: Während User in Frankreich, wo knapp ein Fünftel der Bevölkerung online ist, jährlich durchschnittlich für 520 Euro einkaufen, geben die Schweden, die bereits zu 51 Prozent am Netz sind, im Schnitt 1043 Euro pro Jahr aus.

Jupiter-Analyst Mark Mulligan zieht daraus vor allem eine langfristige Schlussfolgerung: „Online-Retailer müssen bei dieser Entwicklung die Wichtigkeit von Kundenbindung erkennen.“ Derzeit seien noch rund drei Viertel der Internetnutzer Newbies (24 Prozent) oder Intermediates (49 Prozent). Die Online-Demographie werde sich in den nächsten Jahren jedoch um 180 Grad wandeln, mit 74 Prozent Veterans im Jahr 2005. Zudem werde auch die Gesamtzahl der User von derzeit 85 Millionen auf 170 Millionen im Jahr 2005 erhöhen.