Mit einem Gesamtumsatz von 4,78 Milliarden Mark (Basis: Endverbraucherpreise inklusive Mehrwertsteuer) verfehlten die Mitgliedsfirmen des Bundesverbands, die im Jahr 2000 rund 93 Prozent des Markts repräsentierten, das Ergebnis des Vorjahrs um 110 Millionen Mark. Das ist ein nominaler Verlust von 2,2 Prozent, real beträgt er sogar 4,1 Prozent (siehe auch Abbildung 1).
Im Vergleich zu 1997, dem bisher besten Jahr der Branche mit 5,06 Milliarden Mark Umsatz, fehlen sogar 280 Millionen Mark. Das Bild des deutschen Marktgeschehens vervollständigen die 335 Millionen Mark, die die restlichen, nicht im Verband organisierten Firmen erwirtschafteten. Damit ergibt sich für den gesamten deutschen Tonträgermarkt ein Umsatzvolumen in Höhe von 5,115 Milliarden Mark (siehe auch Abbildung 2). „Angesichts der Flutwelle von Internetpiraterie und der ausufernden privaten Vervielfältigung mit Hilfe von CD-Brennern ist das Umsatzergebnis des vergangenen Jahres als Erfolg zu werten“, gab Thomas M. Stein, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands, in einer Presseerklärung zu Protokoll. Der Jahreswirtschaftsbericht des Verbands bezeichnet die Resultate als „leichte Rückgänge“.
In nackten Zahlen heißt das: Die Summe aller an den Handel ausgelieferten Tonträger belief sich im Jahr 2000 auf 262,2 Millionen Exemplare – 10,3 Millionen oder 3,8 Prozent weniger als 1999. Noch deutlicher wird das Minus bei den Singles: Von CD-Singles und -Maxis sowie Vinyl-Singles und -Maxis konnte die Branche nur noch 51,1 Millionen Stück absetzen. 1999 waren es noch 53,7 Millionen Exemplare – ein Rückgang um 4,8 Prozent (siehe auch Abbildung 4). Longplay-CDs büßten um 3,7 Prozent auf 190,6 Millionen Einheiten ein und die seit Jahren sinkenden MC-Absätze hielten auch im Jahr 2000 weiterhin an: 2,5 Prozent Rückgang bedeuten 19,7 Millionen ausgelieferte MusiCassetten (einschließlich MiniDisc). Einzig die bereits oft tot gesagte Vinyl-LP konnte konnte einen Zuwachs verzeichnen – wenn auch auf niedrigem Niveau: Hielt sich die schwarze Scheibe in den vergangenen Jahren tapfer bei rund 600.000 verkauften Einheiten, konnte sie 2000 um 33,3 Prozent auf nunmehr 800.000 Stück zulegen.
Longplay-CD ist Spitzenreiter
Die Umsatzverteilung der einzelnen Tonträgerformate gestaltete sich in 2000 fast analog zu 1999: Die Longplay-CD ist mit einem Anteil von 85 Prozent unverändert der Spitzenreiter und behauptet sich somit seit über zehn Jahren als das wichtigste Trägerformat im deutschen Markt. Auf zwölf Prozent kommen die Singles, die aufgrund ihres niedrigeren Ladenpreises natürlich in der Statistik der Absatzzahlen wesentlich stärker ins Gewicht fallen als in oder Umsatzauswertung. Und die MC setzt mit knapp drei Prozent ihren Negativtrend fort.
Bei einem näheren Blick auf die Aufschlüsselung der CD-Longplay-Absätze nach Preissegmenten lässt sich auch einer der wichtigsten Verlustpunkte der Tonträgerindustrie erkennen: Die Full-Price-CD verliert seit 1997 kontinuierlich an Boden. 2000 setzte die Branche nur noch 69,9 Millionen Einheiten der hochpreisigen Produkte ab. In den Jahren davor waren es noch 72,7 Millionen (1999), 75,2 Millionen (1998) beziehungsweise 72,5 Millionen Exemplare (1997). Auch die Low-Price-Produkte mit 31,1 Millionen Einheiten (1999: 34,6 Millionen) und die TV- und Funk-beworbenen Compilations mit 40,4 Millionen Stück (1999: 43,8 Millionen) mussten spürbare Einbußen hinnehmen.
Einzig das Segment Mid-Price konnte sich gegenüber 1999 (25,1 Millionen) auf 30,7 Millionen abgesetzte CDs verbessern. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Vergleich der Absatzbereiche für Longplay-Formate: Das Club-Geschäft war auch im Jahr 2000 zum dritten Mal in Folge rückläufig und verbuchte 11,8 Millionen Einheiten – 1999 waren es noch 400.000 Stück mehr.
Ebenso erging es dem Absatz der so genannten Premiums-Produkte, also der Tonträgerware, die ausschließlich als Sonderproduktionen für bestimmte Auftraggeber in non-traditional Outlets gefertigt wurde: Da stehen 7,7 Millionen Einheiten im Jahr 2000 10,2 Millionen Stück aus dem Jahr 1999 gegenüber. Deutsches Produkt stark bei Singles
Zum Vergleich: Der Absatz über den Tonträgerhandel belief sich 2000 auf 191,6 Millionen Longplays (1999: 196,5 Millionen). Spürbar aufwärts ging es im Jahr 2000 indes bei den Musikvideos: Von VHS-Kassetten, DVDs und CD-Videos konnten 1,201 Millionen Exemplare abgesetzt werden, was einem Umsatzvolumen von rund 40 Millionen Mark entspricht. Im Jahr davor waren es erst 1,015 Einheiten bei einem Umsatz von 35 Millionen Mark.
Für die deutsche Musikwirtschaft von besonderem Interesse ist auch der Anteil des nationalen Repertoires. Zwar veröffentlicht der Bundesverband keinen Umsatzvergleich zwischen deutschem und internationalem Repertoire, aber auch die Jahresauswertung des Charts-Ermittlers media control liefert anschauliche Ergebnisse: Der Anteil von deutschen Produktionen in den Singles-Charts belief sich im Jahr 2000 auf 44,1 Prozent. Bei den Longplay-Charts liegt dieser Wert bei 19,5 Prozent. Internationales Repertoire verzeichnet einen Anteil von 48,7 Prozent, Compilations 29,4 Prozent und Soundtracks 2,4 Prozent.






