Die Aufbruchsstimmung in der Musikindustrie lässt sich nicht überreden; die potenziellen Vertriebsmöglichkeiten im Internet entwickeln eine ganz eigene Attraktivität. Dennoch sprechen die harten Fakten vorerst eine deutliche Sprache: Beim Vergleich der Geschäftsjahre 1999 zu 1998 bleibt zum zweiten Mal in Folge ein Minus unter dem Strich stehen. Die Umsätze der Branche mit CDs, MCs, LPs, MDs, und Singles erreichten 1999 ein Volumen von 4,89 Milliarden Mark (Basis: Endverbraucherpreise inklusive Mehrwertsteuer) – 1998 betrug der Gesamtumsatz noch 5,035 Milliarden Mark. Speziell das erste Halbjahr 1999 sei für die Branche unbefriedigend verlaufen, konstatiert der Bundesverband Phono. Wenigstens habe die Geschäftsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte das Ausmaß der Verluste noch eingrenzen können. Die einzige Tonträgerkategorie, die im Vergleich zu 1998 zulegen konnte, ist die Single: Sie steigerte sich um 1,3 Prozent auf nunmehr 53,2 Millionen verkaufte Einheiten. Dagegen mussten die anderen Formate zum Teil massive Einbussen verkraften. Ihre Marktnische mit 600.000 Einheiten verteidigte immerhin die Vinyl-LP. Und erneut erwies sich das Repertoire aus deutscher Produktion als Umsatzgarant: Acts Made in Germany bestritten 1999 46,2 Prozent der Singles-Charts und 23,2 Prozent der LP-Charts. Außerdem behaupteten die Special-Marketing-Produkte ihre signifikante Rolle für den deutschen Markt: Der Anteil an Hit-Kopplungen in den Album-Charts betrug im vergangenen Jahr 31,2 Prozent. Überhaupt waren die Compilations das einzige Produktsegment, das nennenswerte Umsatzsteigerungen verzeichnen konnte: 44,2 Millionen Einheiten bedeuten ein Plus von 4,7 Prozent. Als Gründe für die allgemein rückläufige Tendenz führt der Verband das CD-Brennen und die Internet-Piraterie ins Feld. Außerdem buhlten benachbarte Entertainment-Produkte um das Zeit- und Medienbudget der Konsumenten. Insgesamt aber konstatiert der Bundesverband eine „Konsolidierung des Marktes auf hohem Niveau“. Was der Bundeserband von hält.
Jahresbericht des Bundesverbands Phono
Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft veröffentlichte Eckdaten aus seinem Wirtschaftsbericht für 1999, der komplett am 4. Mai vorliegen soll. Wie schon 1998 musste der deutsche Tonträgermarkt Einbussen hinnehmen.





