Jahresbericht der IFPI Austria

Die IFPI Austria, der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft, veröffentlichte kürzlich ihren Jahresbericht für 1999. Wie bereits im Vorjahr verzeichnet die Tonträgerbranche erneut ein Umsatzminus.

Die österreichischen Konsumenten gaben 1999 insgesamt 4,17 Milliarden Schilling – umgerechnet rund 590 Millionen Mark – für Tonträger aus: ein Rückgang um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 4,29 Milliarden Schilling. Somit verzeichnet die österreichische Musikwirtschaft im zweiten Jahr ein Minus: Bereits 1998 meldete die IFPI Austria einen Verlust von 1,4 Prozent gegenüber 1997. Dabei blieben die Verkäufe von Longplay-CDs im vergangenen Jahr auf einem beinahe konstanten Niveau: Obwohl rund 100 Millionen Exemplare weniger einen Käufer fanden, stieg der Umsatz im wichtigsten Marktsegment sogar um rund 0,6 Prozent (fast 30 Millionen Schilling) auf rund 3,85 Milliarden Schilling – umgerechnet rund 550 Millionen Mark. Zu den erfolgreichsten nationalen Album-Künstlern zählten Falco, Ostbahn Kurti & Die Kombo, Wolfgang Ambros, Hansi Hinterseer, Die Schürzenjäger und Brunner & Brunner. Bei rund 30 Prozent aller verkauften Longplay-CDs handelte es sich im vergangenen Jahr um Compilations. Hier zahlten sich vor allem die Austria-Editionen bekannter Marken wie zum Beispiel „Bravo Hits“ aus, die sich mit Bonus-Tracks gezielt an das österreichische Publikum richteten. Auch die Reihe „Austro Pop“ erwies sich als Erfolg, ebenso wie die Compilation „La vita é musica“. Für das Minus sind vor allem gesunkene Umsatzzahlen in den Bereichen CD-Single (minus 58 Millionen Schilling) und MusiCassette (minus 115 Millionen Schilling) verantwortlich. Die verkauften Stückzahlen bei Singles sanken um 600.000 Exemplare auf 2,6 Millionen. Als Gründe führte IFPI-Sprecher Thomas Böhm „privates CD-Brennen, Downloads von illegal im Netz befindlichen Musikdateien und die Sättigung des Kaufinteresses durch das Abspielen von Hits in den mehr als 50 privaten und öffentlich-rechtlichen Radioprogrammen“ an. Vinyl-Tonträger konnten mit einem Anteil von drei Millionen Schilling ihre Marktnische behaupten. Die MiniDisc spielt mit einem Umsatz von 4,5 Millionen Schilling ebenfalls keine bedeutende Rolle, legte aber im Vergleich zu 1998 um rund zehn Prozent zu. Gemessen an der Marktgröße nimmt Österreich im Bereich Tonträger weltweit den 15. Rang ein, während die gesamte Volkswirtschaft des Landes im internationalen Vergleich nur Platz 22 belegt.