Die Mechanical Copyright Protection Society (MCPS) und die Performing Rights Society (PRS) arbeiten seit 1996 organisatorisch eng zusammen und liegen in der Reihenfolge der Urheberrechtsgesellschaften weltweit hinter der japanischen JASRAC und der deutschen GEMA an dritter Stelle.
Während die MCPS für sich allein im Jahr 2000 ein Minus von rund zwei Prozent verbucht – ihre Einnahmen fielen von 262,2 Millionen Pfund im Vorjahr auf 222,1 Millionen Pfund im Jahr 2000 – meldet die PRS einen Zuwachs von sechs Prozent. Ihre Einnahmen stiegen von 225,6 Millionen Pfund im Vergleichzeitraum auf 240 Millionen Pfund im vergangenen Jahr. Gleichzeitig blieben die Verwaltungskosten der Gesellschaften auf dem bisherigen Niveau (14,5 Prozent der Umsätze).
Einnahmen für Übertragungs- und Senderechte hatten 2000 einen Anteil von 35 Prozent der Umsätze der PRS mit ihren mehr als 35.000 Mitgliedern. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 37 Prozent. Während die PRS auf Grund einer neuen Vereinbarung mit MTV ein Umsatzplus von 78 Prozent mit dem Musiksender verbuchte, gingen gleichzeitig die Einnahmen aus Sendungen der BBC und des Privatsenders ITV deutlich zurück.
Der Bereich mit den höchsten Wachstumsraten in der PRS-Bilanz sind Konzerte und öffentliche Aufführungen: Hier verbuchte die Gesellschaft ein Plus von acht Prozent und steigerte ihre Einnahmen auf 82 Millionen Pfund. Ihre hohen Auslandsumsätze wertet die PRS als Zeichen für den großen Erfolg britischer Autoren und Komponisten. Die PRS ist nach eigenen Angaben eine der wenigen Verwertungsgesellschaften weltweit, die höhere Einnahmen aus dem Ausland erzielt, als sie dorthin abführen muss.
Im Jahr 2000 summierten sich die Einnahmen der PRS aus dem Ausland auf 70 Millionen Pfund. Gleichzeitig überwies die Organisation 41,7 Millionen Pfund an ihre Schwestergesellschaften. Obwohl 57 Prozent der Auslandseinnahmen aus Europa stammen, blieben die USA mit Zahlungen in Höhe von 17,3 Millionen Pfund der größte einzelne Beitragszahler.
Auf die USA folgt Deutschland als zweitgrößter Nutzer von PRS-Repertoire. Die Einnahmen aus Deutschland beliefen sich allerdings nur noch auf zehn Millionen Pfund, ein Minus von acht Prozent im Vergleich zum Jahr 1999. Die Einnahmen aus Frankreich, dem drittgrößten Beitragszahler, stiegen dagegen um zwei Prozent auf 6,4 Millionen Pfund.
Fast 75 Prozent der in Großbritannien aufgeführten Musik stammt von Autoren aus den USA. In diesem Zusammenhang überwies die PRS im vergangenen Jahr mit 30 Millionen Pfund rund drei Prozent mehr an die US-Gesellschaften ASCAP und BMI als noch im Jahr zuvor. Der nächstgrößte Empfänger war Frankreich mit zwei Millionen Pfund, gefolgt von Deutschland mit 1,6 Millionen Pfund.
Obwohl die Einnahmen der MCPS um zwei Prozent sanken, konnte die Gesellschaft 222,4 Millionen Pfund an ihre mehr als 18.000 Mitglieder verteilen – ein Plus von vier Prozent im Vorjahresvergleich, das sich vor allem durch einen Überschuss aus dem Jahr 1999 begründet. Die MCPS erklärt das Minus bei den Einnahmen vor allem aus den europaweit zurückgegangenen Verkäufen von Tonträgern. Rund 25 Prozent ihrer Einnahmen generiert die Gesellschaft aus dem europäischen Ausland.
Inzwischen fand die MCPS außerdem eine Regelung für die Vergütung von Downloads aus dem Internet: Für die ersten fünf Minuten eines Stücks werden demnach künftig zehn Pence fällig, zwei weitere Pence für jede weitere angefangene Minute. Die MCPS bietet darüber hinaus Lizenzen für Anbieter von Webcasts und andere Nutzer von Online-Musik an. Im vergangenen Jahr erzielte die MCPS im Online-Bereich bereits Einnahmen von 210.000 Pfund mit insgesamt mehr als 300 Web-Anbietern.





