Die SUISA präsentiert sich zum 75jährigen Jubiläum mit neuem Logo, einer Festschrift und einer neu gestalteten Website. Auch die im Jahresbericht veröffentlichten Zahlen können sich sehen lassen: Die SUISA hat ihren Umsatz um 6,8 Prozent gesteigert – auf über 129 Millionen Franken, rund 157 Millionen Mark. Zum Teil läßt sich das auf die gewachsenen Einnahmen aus den Vervielfältigungsrechten im Inland zurückführen, zu diesem Ergebnis tragen aber auch beglichene Außenstände aus früheren Jahren bei. Generaldirektor Alfred Meyer betont aber, daß „dieses erfreuliche Ergebnis nicht darüber hinwegtäuschen kann, daß der Markt 1998 wirtschaftlich das Niveau der Vorjahre nicht erreicht hat“. Da bei höheren Einnahmen der Verwaltungsaufwand von fast 29 Millionen Franken, das sind mehr als 35 Millionen Mark, nur minimal gewachsen ist, konnte der an die Rechtsinhaber auszuzahlende Betrag um 8,7 Prozent erhöht werden.
Allerdings ist der Verwaltungsanteil mit über 22 Prozent der Einkünfte immer noch sehr hoch. Bei der GEMA betrug er 1998 lediglich 13,8 Prozent. Meyer nennt den Hauptgrund für diesen Unterschied: „Durch die drei Sprachkulturen der Schweiz wird hier mehr Musik aus den umliegenden Ländern gehört. Wir registrieren deshalb pro Jahr doppelt so viele Werke wie die GEMA, diese Vielfalt bedingt den höheren Aufwand. Dazu kommt, daß in Deutschland die Einnahmen aus der Lizenzierung bei gleicher Arbeit höher sind.“ Keine Einigung konnte in der Frage der von der IFPI Schweiz geforderten Anpassung des Lizenztarifs PI erzielt werden. „Wir erachten den Vorschlag der IFPI als unpraktikabel“, so Meyer. „Der bestehende Tarif soll für ein weiteres Jahr gelten, in dem eine neue Lösung gesucht werden muß.“
Selbstkritisch merkt die SUISA im Jahresbericht an, daß sie die Online-Nutzung von Musik bisher unterschätzt und das Phänomen nicht im Griff habe. Die Fragen der Lizenzierung im Internet und der Bekämpfung der Piraterie sollen künftig höhere Priorität haben. Am 19. Juni in Zürich traf der Verband verschiedene Personalentscheidungen: Monika Kaelin, Bertrand Liechti und Marco Zanotta wurden neu in den Vorstand gewählt, Hans Ulrich Lehmann als Präsident bestätigt. Mit Roy Oppenheim wird der vakante Posten des Leiters der Kommunikation besetzt.





