“Nein, wir profitieren nicht davon, denn die Zahlen des Bundesverbands sind reine Shipping-Werte“, erklärt Cord Dierking, Geschäftsführer aktiv Musik & mehr in Nienburg. „Wir liegen bei einem einstelligen Minus im Vergleich zum Vorjahr.“ Im Ausblick auf das zweite Halbjahr gibt er sich aber zuversichtlich: „Ich glaube, dass wir zum Herbst hin, wenn gute Produkte erscheinen, die Zahlen wieder ins Lot bekommen. Aber es wird knapp.“
Dem stimmt Reiner Domaradzka, Inhaber von Scheibenhonig aktiv in Cuxhaven, zu: „Wir haben keinen positiven Trend bemerkt. Unsere Umsätze bleiben ähnlich wie im Vorjahr, allerdings bei Zuwächsen beim Vinyl, vor allem bei deutschen HipHop-Maxis.“
Als Grund, dass sich der Trend noch nicht durchgesetzt hat, nennt er auf den hohen Preisdruck. „Wir profitieren von dem Trend auf keinen Fall, wir schreiben vielmehr ein zehnprozentiges Minus“, berichtet Hans Kreppel, Inhaber von Musik Durner in Augsburg, und erklärt: „Für meine Begriffe steht derzeit zu viel Ware in den Läden.“ Der Handel habe mit Überbeständen zu kämpfen. „Was bei uns gut läuft“, ergänzt Kreppel, „ist Klassik. Da verzeichnen wir ein Plus.“
Axel Wentscher, Prokurist des Musikhauses Tonger in Köln, berichtet: „Ich weiß nicht, wie das Plus zustande kommt. Wir verzeichnen nach der Schließung von zwei Filialen in diesem Jahr mit unserem Stammhaus und einer verbliebenen Filiale flächenbereinigt ein einstelliges Minus, allerdings mit fallender Tendenz.“ Der Schwerpunkt bei Tonger liegt auf Klassik und Jazz und auf Kunden ab 30 Jahren: „Rund 50 Meter neben einem MediaMarkt setzen wir kaum noch auf Themen aus der Hitparade“, erläutert Wentscher. „Die Situation im Tonträgergeschäft im Kölner Raum ist eingleisig. Es gibt praktisch nur noch einen Anbieter, der sich mit den Geschäften zweier Ketten gegenseitig bekämpft.“
Für Federico Pruß, Abteilungsleiter Schaulandt Braunschweig, zeigt sich die Situation entspannter: „Wir haben auch ein Plus zum Vorjahr. Allerdings liegt das vor allem an gestiegenen Umsätzen mit DVDs. In diesem Bereich sind wir in Braunschweig der größte Anbieter. Dagegen bleiben die Zahlen bei CDs eher so, wie im Vorjahr.“
Auch Thomas Nolte, Inhaber von Thommys Pop-Shop in Bielefeld, ist mit dem Halbjahresergebnis nicht unzufrienden: „Das Geschäft ist nicht schlechter geworden, meine Zahlen sind auf dem Niveau vom Vorjahr.“ Er gibt zu bedenken, dass der Handel im Sommer bei den Lagerkosten haushalten solle, und merkt kritisch an, dass Fachgeschäfte gestiegene Einkaufspreise nicht mehr an den Kunden weitergeben können. Für die zweite Jahreshälfte gibt er sich aber optimistisch: „Ich hoffe, es bessert sich.‘






