Die ersten sechs Monate des Jahres, so der Bundesverband in seinem Bilanzbericht (siehe auch Seite 3), waren hauptsächlich von erfolgreichen Interpreten wie Lou Bega, Jessica, Wamdue Project, TQ oder Stefan Raab mit den – La Palöma Boys geprägt, die vor allem im Singles-Bereich (Volumen: 24,9 Millionen Stück) die Absatzzahlen stabilisierten. Als positive Nebenwirkung hätten die erfolgreichen Singles auch zu einer Belebung des Compilations-Geschäfts beigetragen. Allerdings dürfe man nicht übersehen, daß es aufgrund der kontinuierlich steigenden Marketing-Ausgaben im Kopplungsbereich immer schwerer werde, hohe Absatzzahlen in ausreichende Erträge umzusetzen. Wie schon in den letzten Bilanzen verweist der Verband als Erklärung für die Absatzflaute auf die hohe Arbeitslosigkeit, die hohe finanzielle Belastung der Privathaushalte sowie die verschärfte Konkurrenz durch andere Entertainment-Produkte wie PC-Software und Spielekonsolen. „Ihr Budget teilen sich die Konsumenten zusehends zum Nachteil der Tonträger ein“, heißt es. Die Longplay-CD war im ersten Halbjahr 1999 in Deutschland das stärkste Format: Trotz eines Verlustes von 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr führt sie mit fast 80 Millionen verkauften Einheiten vor den CD-Singles mit 24,9 Millionen Einheiten. Wenn man die Longplay-CDs nach Preissegmenten getrennt betrachtet, so verloren die Midprice-Tonträger 21,4 Prozent, der Fullprice-Bereich 17,4 Prozent und der Budget-Sektor 8,7 Prozent. Weiter talwärts rutschten zudem die Absatzzahlen der MC: Sie verlor 21,4 Prozent. Das größte Plus machte indes das DJ-Format Vinyl-Single, das um 20 Prozent zulegte, sich in der Statistik mit jedoch nur mit 600.000 verkauften Exemplaren niederschlägt. Wie der Verband attestiert, zeichnete sich das erste Halbjahr 1999 gegenüber dem Vorjahr auch durch eine geringer Zahl von Top-Veröffentlichungen im Longplay-Bereich aus. „Die Veröffentlichungsplanung für die zweite Jahreshälfte“, so heißt es abschließend, „läßt jedoch auf eine deutliche Verbesserung des Gesamtjahresergebnisses hoffen.“
Halbjahresbilanz des Bundesverbands Phono
Der deutsche Tonträgerabsatz ging im ersten Halbjahr1999 im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozent zurück. Am stärksten verloren die Formate MC und CD.



