Der Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM) hatte zu diesem internationalen Treffen eingeladen, und Vertreter der British Association Of Record Dealers (BARD), der Nederlandse Verenigung Van Grammofoonplaten Detailhandelaren (NVGD) und der National Association Of Recording Merchandisers (NARM) aus den USA waren dem Ruf nach Köln gefolgt. Im Fokus der zweistündigen Diskussion stand die Konkurrenzsituation des stationären Handels zu den Internet-Anbietern. Allerdings erklärten die Sprecher der teilnehmenden Verbände einstimmig, daß die traditionellen Geschäfte die branchenfremden Musikanbieter im weltweiten Netz nicht zu fürchten bräuchten, weil, so GDM-Geschäftsführer Dr. Heinz Stroh, „der Musikkäufer auch in Zukunft eine fachliche Beratung und Repertoire-Kompetenz erwartet“. Die Verbände appellierten allerdings gemeinsam an die Tonträgerindustrie, die Händler stärker als bisher in strategische Internet-Überlegungen einzubeziehen. Stroh erklärte: „Mit einer partnerschaftlichen Kooperation zwischen Industrie und Handel könnten die Chancen des E-Commerce genutzt und beherrscht werden.“ Im Erfahrungsaustausch mit Pamela Horovitz, President der NARM, erfuhren die europäischen Teilnehmer, daß die Online-Anbieter in den Vereinigten Staaten nicht so viele CDs über das Internet absetzen, wie es Medienpräsenz und Aktienkurse einzelner Unternehmen vermuten ließen. Die meisten Verkäufe in den USA laufen auch weiterhin über den traditionellen Handel. Allerdings verstärken viele Betreiber von Tonträgergeschäften inzwischen ihre Aktivitäten im Internet, um zum Beispiel Angebote wie Custom-Made-CDs in das Outlet einzubinden. Somit wachsen dort bereits die Strukturen des traditionellen Handels mit den digitalen Vertriebswegen zusammen. „Wir sind aber überzeugt, daß auch in Zukunft der physische Tonträger das wichtigste Transportmittel für Musik bleibt und viele Kunden nicht auf das Einkaufserlebnis in den Geschäften verzichten wollen“, sagte Stroh. Jörg Hottas, Vorstandsmitglied des Fachverbands Tonträger im GDM, sieht den Verkäufer künftig „noch stärker als Dienstleister für den Kunden, dessen Funktion es ist, das gesamte Angebot der Musikproduktionen der letzten Jahrzehnte anzubieten. Dies funktioniert am besten, wenn Tonträgerindustrie und Handel eng zusammenarbeiten und den Stellenwert der Musik wieder stärken.‘
Händler suchen Schulterschluß
Am 20. August trafen sich die internationalen Handelsverbände auf der Popkomm. Dabei einigten sie sich auf eine Erklärung zum Stand des Handels im digitalen Zeitalter.





