Gespaltenes Medienecho auf die Berliner Podiumsdiskussion zum Thema „Jugend und Musik 2001 – wer ist zuständig?“

Die Medien reagierten auf den Dialog zwischen Pop und Politik sowie die Präsentation der von der Deutschen Phono-Akademie geförderten Musikprojekte „John Lennon Talent Award“ und „MachtMehrMusik“ gespalten.

Während die Süddeutsche Zeitung, FAZ und Berliner Rundfunk- und Fernsehsender positiv berichteten, äußerten sich Teile des Feuilletons (hauptsächlich der Berliner Presse) eher hämisch. Im Tagesspiegel kritisierte Jost Kaiser pauschal alle Förderprojekte mit den Worten: „Man sieht sie schon vor sich, die vom Senat geförderten HipHop-Crews und ihre Schüttelreime, die das Herz des gutwilligen Sozialarbeiters höher schlagen lassen.“

In der taz sprach sich Tobias Rapp ebenfalls vehement gegen jede Öffnung der Politik in Richtung Popkultur aus und warnte drohend vor kommenden Tagen: „Die Bundeszentrale für politische Bildung orientiert sich in Richtung HipHop.“ In einem Kommentar in der Berliner Zeitung mutmaßte Sabine Vogel: „Vielleicht steht bald auch Kiffen auf dem Lehrplan. John Lennon würde es wohl gefallen.“ Kann es nach diesen Anfeindungen noch weitergehen mit ambitionierten Förderprojekten? Phono-Akademie-Vorsitzender Gerd Gebhardt betonte mit Blick auf seine Initiative MachtMehrMusik: „Jetzt erst recht!“ Gebhardt verweist in diesem Zusammenhang auch auf das neue Buch des Ex-Staatskulturministers Michael Naumann, „Die schönste Form der Freiheit“ (Siedler), worin dieser das deutsche Feuilleton scharf angreift und ihm vorwirft, ihm gehe „die Lust zu retten, was zu retten ist, prinzipiell ab.“