MUSIKWoche: Was sind die wesentlichen Neuerungen?
Clemens Wittkowski: Die Awards sind inhaltlich weiterentwickelt worden. Die Kategorien wurden noch einmal überarbeitet, musikalisch werden wir ein noch breiteres Spektrum abdecken, es wird unter anderem einen 2Step-Floor im „Angie’s Nightclub“ geben. Und wir tragen der großen Nachfrage der Branche Rechnung, an der Gala vollzählig teilzunehmen. Deswegen haben wir mit dem Schmidts Tivoli Theater unsere Kapazität mehr als verdoppelt.
MW: Bei welchen Punkten gab es Verbesserungsbedarf?
Wittkowski: Auf jeden Fall bei den Kategorien, die für viele noch zu speziell und undurchsichtig waren. Zudem ließen sich manche auch schlecht kommunizieren. Jetzt haben wir 25 stimmige Kategorien. Diese Anzahl scheint vielleicht vielen immer noch zu hoch, sie zeigt aber die umfassende Vielfalt und Kompetenz, die in dieser Szene steckt.
MW: Warum kam es zu den Neuerungen bei den Kategorien?
Wittkowski: Die größte Kritik der Branche war, dass bei den letzten Awards DDC und Discomania zu sehr im Vordergrund standen, man unterstellte uns sogar, daß wir die GDA nur aus Eigennutz veranstalten. Dass dem nicht so ist – und nie so war -, sondern die GDA vielmehr unserer gesamten Szene gut tun, war dann allen Kritikern sehr schnell klar geworden. Dennoch haben sich DDC und Discomania zurückgenommen, beispielweise wird es jetzt ein Award in der Kategorie „Vinyl Sales Hit“ verliehen, der sich aus den Verkaufszahlen aller wichtigsten deutschen Dance-Vertriebe, die daran teilhaben wollten, zusammensetzt. Und die Kategorie „Der Clubhit der DDC“ bei den letzten Awards geht dieses Mal in der Kategorie „Der Dance Hit“ auf.
MW: Haben sich rückblickend Ihre Erwartungen beim ersten GDA erfüllt?
Wittkowski: Ja, sie sind sogar übertroffen worden. Der Support der Branche, der Medien, der DJs und Künstler war auch im Nachhinein betrachtet überwältigend.
MW: Wie waren die Reaktionen der Branche, nachdem im Vorfeld ja an einzelnen Punkten Kritik zu hören war?
Wittkowski: Die Reaktion der Branche kann man an der momentanen Reaktion auf die GDA 2000.2 erkennen. Wir bekommen jetzt den Support, den wir uns schon beim ersten Mal gewünscht hätten. Wir sind sehr froh darüber, dass aus der abwartenden Haltung eine konstruktive Zusammenarbeit entstanden ist.
MW: Hat der GDA der Dance-Musik zu mehr medialer Aufmerksamkeit verholfen?
Wittkowski: Wenn man bedenkt, dass sogar das ARD-„Nachtjournal“ einen ausführlichen Beitrag am Abend der GDA 2000.1 gebracht hat, und Künstler wie Paul van Dyk, Tom Novy oder auch Egoexpress aus dem Underground auf einmal im Overground des Wohnzimmers unserer Eltern in glaubwürdiger Art und Weise eine Rolle spielten, ist dies ein großer Erfolg für Dance und die GDA. Eines haben wir auf jeden Fall erreicht.: Wenn die hiesigen Medien über die Love Parade oder Mayday berichten, machen stets die Massen, die dort zusammenkommen, und der Drogenkonsum die Schlagzeilen. Bei der Berichterstattung über die GDA ging es immer um die Musik und die Künstler, die sie machen. Diese wichtige Aufmerksamkeit entsteht erst jetzt, und die GDA haben einen großen Anteil daran.
MW: Was versprechen Sie sich allgemein vom 2. GDA?
Wittkowski: Wir wünschen uns, mit diesen GDA ein weiteres Zeichen für die Dance-Szene und die gesamte Musikbranche zu setzen. Ohne Zweifel ist Dance erfolgreich. Als Motor einer gesamten Jugendkultur – Clubs, Bars, Discotheken, Record Stores, Labels, Modefirmen, Reisen und Events erzeugen weltweite Communities, man trifft sich überall wieder und spricht die gleiche Sprache. Wir wollen alle Beteiligten ehren und wir wünschen uns ein rauschendes Fest, dafür ist auf jeden Fall alles vorbereitet.





