Der internationale Dachverband unter dem Namen Global Entertainment Retail Alliance (GERA) soll ein Gegengewicht des traditionellen Handels zu den weltweit wachsenden Online-Geschäften im Entertainment-Sektor bilden. Darauf einigten sich einzelne Fachhändler aus Neuseeland und Mexiko sowie die Vertreter der Gründungsmitglieder von NARM, Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM), British Association Of Record Dealers (BARD), Nederlandse Verenigung van Grammofoonplaten Detailhandelaren (NVGD), Retail Music Association Of Canada (RMAC) und Australian Music Retailers Association (AMRA). Die Mitglieder der nationalen Verbände und die angeschlossenen Einzelhändler repräsentieren zusammen über 65 Prozent des weltweiten Tonträgerhandels. Für den GDM nahmen Geschäftsführer Dr. Heinz Stroh und Hugo Heinzen, Vorstandsmitglied im Fachverband Tonträger und Inhaber der Plattenkiste in Bad Neuenahr, an der Tagung teil. Die neue Organisation soll dem traditionellen Handel im Zuge der zunehmend internationalen Ausrichtung des Musikgeschäfts Rückhalt geben. Weiterhin soll GERA als ein Forum fungieren, das Probleme wie Tonträger-Piraterie oder die notwendigen Lösungen für ein einheitliches Wettbewerbsrecht im internationalen Handel aufgreifen soll. Laut Bob Lewis, General Director des britischen BARD, streben die Händler außerdem harmonisierte Steuersätze und Veröffentlichungsdaten an. Eine erste Bewährungsprobe steht den Verbänden mit dem von der NARM gegen Sony Music angestrengten Prozess ins Haus: Die Händler beklagen, dass Sony auf Enhanced-CDs auch Links zu konzerneigenen E-Commerce-Sites transportiert. Somit würden traditionelle Händler unbeabsichtigt Werbung für einen Online-Anbieter an den Kunden bringen (MUSIKWoche berichtete in Heft 6/2000). In diesem Punkt unterstützen alle Verbände die klagende NARM – und sie suchen zur Zeit nach ähnlichen Fällen im nationalen Bereich: „Wir wußten bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass CDs solche Links enthalten“, erklärte Heinz Stroh im Gespräch mit MUSIKWoche. „Nun prüfen wir zunächst, ob es auch in Deutschland solche Produkte mit vergleichbaren Zusatzfunktionen gibt.“ Dennoch wollen die Händler künftig eher auf den Dialog mit der Musikindustrie setzen, um weitere Prozesse zu vermeiden. Die amerikanische Sony Music Distribution schickte als Reaktion auf die rechtlichen Schritte der NARM keinen Vertreter zu der Konferenz nach Texas. Das nächste Treffen der neuen Organisation soll auf der diesjährigen Popkomm. stattfinden. Im Rahmen der Musikmesse wollen die Händler formale Strukturen der GERA festlegen und voraussichtlich einen Vorstand wählen. Bereits im vergangenen Jahr trafen sich einige Verbände auf Einladung des GDM in Köln und veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung zur Situation des Handels (MUSIKWoche berichtete in Heft 35/99).
GERA vereint Händler weltweit
Im Rahmen der Frühjahrstagung der amerikanischen National Association Of Recording Merchandisers (NARM) kamen kürzlich in Texas Vertreter internationaler Handelsverbände zusammen. Gemeinsam brachten sie eine neue Organisation an den Start.





