Im Vorwort zu seinem Jahresbericht betont der Vorstandsvorsitzende, der GEMA, Prof. Dr. Reinhold Kreile, daß die Ereignisse des Jahres 1998 und in den ersten Monaten von 1999 gezeigt hätten, daß jetzt sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politik größere Aufmerksamkeit für die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der Urheberrechte herrsche. Ferner unterstreicht er die kontinuierlichen Anstrengungen der GEMA, die Urheberrechte auch in Zukunft zu schützen, und er bestätigt, daß die Gesellschaft weiter „dafür Sorge trägt, daß die Musikschaffenden eine angemessene Vergütung für ihre Leistung erhalten.“ In diesem Zusammenhang hegt die GEMA hohe Erwartungen an die Politik; eine Rede der Bundesjustizministerin, Herta Däubler-Gmelin, gehalten am 6. März dieses Jahres auf dem Symposium „Urheberrecht in der Informationsgesellschaft“ in Berlin, bestärkt diese Erwartungen. Die Ministerin sagte ihre volle Unterstützung für einen umfangreichen Urheberrechtsschutz zu. Sie plädierte für eine „lange überfällige Vergütungserhöhung für das Privatkopieren, da die Sätze seit 14 Jahren auf dem gleichen Niveau geblieben seien“.
Nach oben bewegt haben sich auch 1998 wieder die Einnahmen der GEMA: Sie erreichten einen Rekordwert von rund 1,46 Milliarden Mark, 2,65 Prozent mehr als im Vorjahr (1,43 Milliarden Mark). Auch der Anteil der zu verteilenden Gelder erhöhte sich, und zwar um 2,3 Prozent – von 1,23 Milliarden Mark im Jahr 1997 auf 1,26 Milliarden Mark. Dies bedeutet, daß sich der Umsatz der GEMA seit 1989, als er bei 717,9 Millionen Mark lag, mehr als verdoppelt hat. Dabei stellen die Verwaltungskosten 1998 lediglich 13,8 Prozent der Einkünfte dar – trotz einer beträchtlichen Investition in neue IT-Technologie zur Umstellung der Buchführung von Mark auf Euro im Jahr 2000. Die Verwaltungskosten lagen mit rund 202,1 Millionen Mark höher als im Vorjahr (192,6 Millionen Mark). Und auch die Zahl der Mitglieder ist gestiegen: Sie betrug 50.715 am 31. Dezember 1998 – 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr (47.235). Demgegenüber reduzierte sich die Zahl der GEMA-Mitarbeiter um 6,3 Prozent, nämlich von 1211 auf 1139.
Die Einkünfte aus dem Ausland erhöhten sich im vergangenen Jahr um 6,63 Prozent – von 110,6 Millionen auf 117,9 Millionen Mark, was auf den stetigen Erfolg von deutschem Repertoire im Ausland zurückzuführen ist. So stiegen die Einkünfte der GEMA von den Schwestergesellschaften im Ausland im Lauf der letzten fünf Jahre um fast 39 Prozent. Allerdings erhöhten sich im gleichen Zeitraum die Auszahlungen an diese Schwestergesellschaften – gegenüber dem Vorjahr um 19,3 Prozent auf 161,1 Millionen Mark. Die Zahlungen an Subverleger, wovon der Hauptanteil ins Ausland fließt, blieben fast unverändert bei 230,2 Millionen Mark. Kreile betont, daß die digitale Ausbreitung der Musik rapide fortschreite. Es sei daher notwendig, daß die Gesetzgeber und Urhebergesellschaften weltweit zusammenarbeiten, um die Rechte der Autoren auf Vergütung aus einer digitalen Verbreitung zu schützen. Zudem berichtet er, daß die GEMA eine Suchmaschine eingesetzt habe, die regelmäßig im Internet nach Musikdateien sucht, um zu prüfen, ob sie lizenziert sind. Für die Verwendung von geschütztem Material auf CD-ROM, CD-I und DVD-Platten sowie bei Internet-Transaktionen hat die GEMA übrigens über zwei Millionen Mark eingetrieben – 60 Prozent mehr als 1997.






