Gary Moore: Blues mit Polyrhythmen

Konsequent setzt der irische Musiker Gary Moore seine musikalische Neuorientierung fort: weg vom Blues, stärker hin zu Drum’n’Bass-Rhythmen.

So heißt jedenfalls die Devise auf seinem neuen Album, „In A Different Beat“. Im Gespräch mit MUSIKWoche sagt Moore: „Im Rock und Blues habe ich schon alles ausprobiert. Rhythmen hingegen sind in letzter Zeit immer wichtiger geworden – im Rock, aber noch mehr im HipHop. Und das ist für mich zur Zeit die interessanteste Richtung.“ Bei seinem neuen Vertragspartner Castle (Vertrieb: edel) habe er viel Verständnis für seine Vorstellungen gefunden, nachdem er sich von seiner langjährigen Plattenfirma Virgin getrennt hatte. „Für mich ist das neue Album eine Bestandsaufnahme der Musik, die 1999 in London angesagt war und mit der ich mich in den vergangenen Monaten sehr intensiv beschäftigt habe.“ Ihm sei es auch darum gegangen, die Rock-Tradition mit der Rhythmus-Moderne zu verbinden – „und es war nicht immer einfach, Gitarre und groovige Polyrhythmen gewissermaßen zu ver-heiraten“. Nur mit Hilfe des Keyboarders und Programmierers Roger King und gelegentlich des Schlagzeugers Gary Husband habe er im Laufe eines Jahres die Songs erarbeitet und aufgenommen. Zwar habe „Dark Days In Paradise“, seine letzte CD, nicht den erhofften Zuspruch erhalten, meint Moore. Doch davon lasse er sich nicht abhalten, den einmal eingeschlagenen Weg weiterzugehen. „Meine Hinwendung vom Rock zum Blues, bei der ich ziemlich lange verunsichert war, hat mir gezeigt, daß viele Fans so eine Entwicklung durchaus akzeptieren und mitmachen. Jetzt habe ich keine Angst mehr, neue Sachen auszuprobieren.“ Live, so kündigt der singende Gitarrist an, werde er bei der bevorstehenden Deutschland-Tournee zwar neue Songs präsentieren, das Schwergewicht werde aber auf Blues-Nummern liegen. „Ich will mich wieder verstärkt auf den Blues konzentrieren, und darin werde ich auch die neuen Songs integrieren.“ Was die Fans von Gary Moore auf jeden Fall vermissen werden, sind seine Rock-Klassiker: „Die spiele ich auf dieser Tour definitiv nicht.‘