Die Geschichte von edel Contraire ist auch die Geschichte von General Manager Rolf Bähnk, der 1994 nach 20 Jahren den von ihm aufgebauten Talent Independent Service (TIS) hinter sich ließ, um für edel einen eigenen Importdienst aufzubauen. Für ihn war es rückblickend die richtige Entscheidung. „Ich bedauere es nicht, den TIS verlassen zu haben“, erklärt Bähnk. „Einen besseren Entschluß, als bei edel die Contraire-Abteilung aufzubauen, hätte ich gar nicht treffen können.“ edel Contraire startete 1994 mit einem Umsatz von einer Million Mark. In diesem Jahr rangiert das Unternehmen bereits bei 15 Millionen, was gegenüber 1998 einem Plus von 33 Prozent entspricht. Der Contraire-Katalog, der seit drei Jahren ein konstantes Volumen von rund 2500 Titeln aufweist, umfaßt Produkte der Genres Jazz, Blues, Soundtracks, World Music und Rock. Nahezu alle Contraire-Tonträger sind im Hochpreissegment angesiedelt, nur wenige im Mid-Price und keine im Budget-Bereich. Die Firma hat mit mehr als 50 Labels aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern Vertriebsverträge. Obwohl aus edel spätestens seit dem Börsengang im Herbst 1998 ein echter Independent-Konzern wurde, hat Rolf Bähnk keine Angst, daß seine Firma in all dem Wachstum untergehen könnte: „edel Contraire expandiert genauso, ohne allerdings von den neuen edel-Labels und Firmenzukäufen zu profitieren. Denn alles, was edel bisher akquirierte, landete im Kernvertrieb oder bei Connected, unserem Joint Venture mit PIAS.“ Wichtig für ein erfolgreiches Manövrieren im enger werdenden Tonträgermarkt sei eine konsequente Strategie: „Wir profitieren von den Fehlern unserer Mitbewerber. Während andere ihr Programm kürzen oder gar die Importabteilungen in die normalen Vertriebskanäle integrieren, baut Contraire auch personell weiter aus.“ Fünf Innen- und fünf Aussendienstmitarbeiter seien bald nicht mehr genug. Die Firma müsse aufstocken, so Bähnk. Und daß der TIS mit kubanischen Musikern auf dem einst von ihm an Land gezogenen britischen Label World Circuit Verkaufserfolge feiert, findet der Contraire-Chef nur gut: „Das ist doch prima. Es lassen sich endlich wieder Leute im Laden sehen, die Knete haben. Sleeper, welcome back, kann ich da nur sagen. Davon profitieren Anbieter wie wir sehr.‘
Fünf Jahre edel Contraire
Im Jahr 1994 gründete Rolf Bähnk mit edel Contraire den Importdienst für die edel music AG. In der durch Übernahmen und Akquisitionen inzwischen stark gewachsenen edel-Firmenfamilie spielt Contraire auch nach fünf Jahren eine gewichtige Rolle.



