„Freuen wir uns doch gemeinsam“

Nach der deutschen Vorausscheidung zum Grand Prix wurde von allen Beteiligten viel geredet und in den Medien viel geschrieben. MUSIKWoche zitierte unter anderem auch Michael Holm, was Ralph Siegel zu einer veranlaßte. Jetzt bezieht Michael Holm Stellung.

Nach dem Motto von Karl Valentin – „gar nicht erst ignorieren“ – wollte ich mir eigentlich eine Richtigstellung des Interviews in MUSIKWoche Heft 18/98 ersparen. Nachdem nun aber Ralph Siegel in Heft 19/98 sogar Behauptungen entgegengetreten ist, die selbst im Interview gar nicht aufgestellt wurden, möchte ich die Angelegenheit kurz aus meiner Sicht darstellen.

Anläßlich der Geburtstagsfeier von Dieter Thomas Heck in Südafrika hat mich Ralph Siegel gefragt, warum ich Guildo Horn die Teilnahme am Grand Prix nicht ausgeredet hätte. Ich habe ihm darauf geantwortet, ich wäre aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre der (wie ich jetzt weiß: falschen) Ansicht, daß eine Teilnahme am Grand Prix Guildo nicht weiterbringen würde, Guildo sich aber zur Teilnahme entschlossen hätte.

Ich habe aber, trotz meiner damaligen Ansicht, zu keinem Zeitpunkt versucht, Guildo die Teilnahme auszureden. Es ist deswegen auch nicht richtig, daß ich die Produktion des Titels „Guildo hat Euch lieb“ abgelehnt hätte. Diese Frage hat sich mir schon deswegen nicht gestellt, weil der tatsächlich „finanzierende Produzent“, die dsa Musikproduktion GmbH, den Komponisten und Texter des Titels, Stefan Raab, mit der Produktion beauftragt hatte.

Nachdem mir Ralph Siegel seit 20 Jahren keine Kompositionen mehr vorgespielt hat und ich seit 20 Jahren auch keine Texte mehr für ihn geschrieben habe, verstehe ich nicht, wie es zu den entsprechenden gegenteiligen Behauptungen gekommen ist. Freuen wir uns doch gemeinsam, daß der deutsche Schlager nicht zuletzt durch Guildo eine nicht für möglich gehaltene Renaissance erlebt.