Seine Leidenschaft für Musik entdeckte Ulf Zick bereits im zarten Alter von acht Jahren: „Von meinem Taschengeld hatte ich mir ein Pop-Magazin gekauft. Hier sah ich Fotos von Kiss und war sofort Feuer und Flamme, noch bevor ich den ersten Ton gehört hatte.“ Zum Halbjahreszeugnis gab es die erste Kiss-LP von den Eltern – die Musik hielt, was die Fotos versprachen: „Kiss befriedigte meine Abenteuerlust und weckte Sehnsüchte“, entsinnt sich Zick heute. Beinah zwangsläufig erwuchs daraus der Wunsch, selbst Gitarre zu spielen. Mit nur 25 Jahren dürfte der Wahl-Berliner zu den jüngsten Plattenfirmenchefs der Welt zählen. Das Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation hat er wegen chronischer Arbeitsüberlastung auf Eis gelegt. Sein Einstieg ins Musikgeschäft begann als Konzertveranstalter in seiner Heimatstadt Lingen. Nach seinem Umzug in die Hauptstadt organisierte er landesweite Tourneen für den amerikanischen Gitarristen Michael Landau und Kingdom Come. „Bei dieser Gruppe kamen 700 bis 800 Leute am Abend, trotzdem haben wir Geld verloren. Seither weiß ich, daß man mit so überladenen Produktionen kein Geld mehr verdienen kann.“ Zick absolvierte später ein Praktikum bei der Berliner Promotionfirma Sister Right, wo er unter anderem Die Ärzte und Rammstein betreute. Nach dem Vierteljahr schlüpfte er wieder in die Rolle des Tourveranstalters und reiste mit dem Gitarristen David Lindley durchs Land. „Da habe ich gemerkt, wie man mit Konzerten doch Geld verdienen kann. Wenn der Musiker mit kleiner Besetzung reist und 600 bis 800 Leute kommen, bleibt unterm Strich was übrig – und das ohne Streß.“ Die Arbeitsphilosophie des Unternehmers basiert auf den gemachten Erfahrungen: „Die Arbeit muß Spaß machen, und man soll nur Dinge tun, an die man glaubt. Man sollte auch nur mit Musik arbeiten, die man Zuhause hören würde. Trends verfolge ich nicht, denn wenn man von denen erfährt, sind sie schon wieder alt.“ Als nächsten Schritt gründete Zick seine Promo-Firma Zwei x Zwei, mit der er unter anderem Albenveröffentlichungen von Stoppok und The Inchtabokatables betreute. Bei der Tour von David Lindley fiel Zick auf, daß dessen Platten bislang nur über Mailorder erhältlich waren. Also beschloß er kurzerhand, mit Ulftone sei eigenes Label zu gründen, um den Versorgungsengpaß zu beseitigen. Neben zwei älteren Produktionen von Lindley brachte Ulftone Music auch dessen letztes Album, „Twango Bango Deluxe“, heraus, das bislang über 40.000 Stück verkaufte. Als nächsten Künstler nahm Ulftone Chris Whitley ins Programm, es folgten Pat MacDonald (ehemals Timbuk3), Steve Forbert und Jim Weider (The Band). „Alle Acts haben sich früher auf Major-Labels etabliert“, freut sich Zick, der sich bei der Künstlerauswahl auf Singer und Songwriter konzentriert Als Vertriebspartner wählte Ulftone Intercord/EMI. „Zum einen spielte meine langjährige Freundschaft zu Ingo Rose eine Rolle, der für uns bei Intercord als Labelmanager zuständig ist. Zum anderen verfolgt die EMI eine gute Vertriebspolitik: Sie stellt keine unnötigen Massen raus, sondern agiert seriös im Handel. Sie hat ein hervorragend ausgebautes Netz von Außendienstmitarbeitern, einen Trendvertrieb, ein gutes Telefon-Marketing und eines der besten Warenumsatz-Systeme.“ Ulftone bemüht sich laut Zick, die Retourenquote möglichst gering zu halten. Auch künftig wird die ambitionierte Berliner Firma dreispurig fahren: Sie wird Konzerte für ihre Künstler buchen, Promo-Aufträge annehmen und weiterhin Platten veröffentlichen. Ferner plant sie, einzelne Künstler künftig auch zu managen.
Firmenportrait: Ulftone Music
Ulf Zick ist einer der jüngsten Labelchefs der Welt. Außer mit seinem Label Ulftone Records beschäftigt er sich nebenher noch als Tourneeveranstalter und PR-Experte.





