Fachmärkte stärken Gesamtergebnis

Der Bundesverband der Filialbetriebe und Selbstbedienungswarenhäuser (BFS), in dem auch die Elektromärkte der Metro AG und der Rewe-Gruppe organisiert sind, veröffentlichte kürzlich seinen Jahresbericht 1998.

Die Zahlen der Fachmärkte heben sich dabei von denen der übrigen Mitglieder ab. Der BFS meldet für 1998 einen flächenbereinigten nominalen Umsatzzuwachs von 1,8 Prozent. Preisbereinigt entspricht das einem Plus von 1,3 Prozent und einer, nach Angaben des BFS unbefriedigenden, Umsatzrendite von 0,7 Prozent. Zur Perspektive für das laufende Jahr meint Eugen Viehoff, Präsident des BFS, daß „1999 für den Einzelhandel ein weiteres schwieriges Jahr mit mageren Erträgen wird.“ Die Mitgliedsfirmen des BFS sind mit 20 Prozent am Einzelhandelsumsatz in Deutschland beteiligt. Sie decken das gesamte Spektrum der Warendistribution auf Einzelhandelsebene ab. Zu den Mitgliedern des BFS gehören unter anderem die Saturn- und MediaMarkt-Filialen der Metro AG sowie die ProMärkte der ReWe-Gruppe.

Mit 5575 von insgesamt 23.507 im BFS organisierten Verkaufsstellen ist die Gruppe der Fachmärkte und Spezialgeschäfte, zu der unter anderem die Elektromärkte gehören, die zweitgrößte. Für diesen Bereich weist der Jahresbericht des BFS eine vergleichsweise positive Entwicklung aus. Der Umsatz stieg hier um über 22 Prozent auf 28,6 Milliarden Mark. Zugleich ist die Zahl der Verkaufsstellen in diesem Segment im vergangenen Jahr um fast elf Prozent gewachsen, die Verkaufsfläche um mehr als 15 Prozent. Vergleicht man die Angaben zur Umsatzentwicklung des BFS mit den Zahlen des Jahresberichts der Metro AG, dann scheinen die Elektromärkte der Motor in diesem Bereich zu sein. Leopold Stiefel, Geschäftsführer MediaMarkt, führt hierzu an: „Das kann ich so unterschreiben. Generell ist es so, daß die Fachmärkte in den vergangenen Jahren enorme Zuwachsraten zu verzeichnen hatten.“ Entgegen dem Trend aller im BFS organisierten Vertriebsformen ist auch der Umsatz pro Quadratmeter bei den Fach- und Spezialmärkten um beinahe sechs Prozent auf 10,32 Mark gestiegen. Insgesamt verzeichnet der BFS bei der Flächenproduktivität ein Minus von mehr als sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu dieser Entwicklung sagt Heiko Müller, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BFS: „Ein Grundproblem ist, daß die Mitglieder unseres Verbands seit einigen Jahren nur noch durch die Erweiterung der Verkaufsflächen ein Umsatzplus erwirtschaftet haben. Die Tendenz im Einzelhandel geht zum Erlebniseinkauf in großzügig dimensionierten Geschäften. Gleichzeitig sinkt aber die Produktivität der Fläche, weil dieselben Waren heute anders präsentiert werden.‘