Eröffnungsrede der Popkomm.

In seiner traditionellen Rede zur Eröffnung der Popkomm 1999 widmete sichThomas M. Stein am Donnerstagabend den derzeit dringendsten Problemen der Musikindustrie.

Der Vorsitzende des Bundesverband Phono. und Geschäftsführer vonBMG Entertainment Germany/Switzerland/Austria / Eastern Europe. holte in seiner Ansprache zum großen Rundumschlag aus und thematisierte die rasant wachsende Bedrohung durch CD-Brenner ebenso wie die Internetpiraterie und die „zunehmende Verödung der Rundfunklandschaft“. Und wie schon in den Vorjahren nahm er in seiner Rede die Politik in die Pflicht: „Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen endlich den technologischen Entwicklungen angepaßt werden.“ Stein forderte, das Recht zur privaten Vervielfältigung von CDs vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung auf den neuesten Stand zu bringen und zudem die Leermedienabgabe zu erhöhen. Zum widerholten Male nahm sich der BMG-Chef jedoch auch die Radiomacher vor: „Die symbiotische Beziehung zwischen Hörfunk und Industrie ist am Ende, die Hörfunksender haben für die Musikindustrie mittlerweile nur noch eine geringe Bedeutung als Promotion-Plattform für neue Künstler, da sie vor allem auf bewährte Hits setzten.“ Insofern gehe es nicht mehr an, daß die Sender nur einen kleinen Bruchteil ihrer Einnahmen in Form von Lizenzen an die Musikschaffenden weitergeben müßten. Zudem spiegele das Programm im Hörfunk nur einen kleinen Ausschnitt der deutschen Musiklandschaft wider, die gegen Ende des Jahrtausends vielseitiger denn je sei: „Von HipHop über Clubmusik bis hin zu Rock oder Volksmusik reicht die Bandbreite populärer Musik.“ Stein mahnte daher an, daß diese Artenvielfalt durch die Handlungsunfähigkeit der deutschen Politik gefährdet sei: „Auch wenn unser Kulturminister vor allem Klassik- und Jazz-CDs sammelt: Hierzulande produzierte Popmusik ist mittlerweile gelebte und lebendige Kultur, die es verdient, erhalten und gefördert zu werden.‘