EMI mit neuer Struktur: Schlank ins neue Jahr

Während die Fusion von Time Warner und EMI immer noch im Gespräch ist, hat sich die deutsche Tochter des englischen Konzerns im Laufe diesen Jahres umstrukturiert. Jetzt ist die neue Struktur fertig, die Heinz Canibol, President EMI Electrola GSA, als „zukunftsorientiert“ bezeichnet.

“Unsere Unternehmensstruktur ist ingesamt leichter und flexibler“, berichtet Canibol im Gespräch mit MUSIKWoche. „Durch die Integration der Intercord und den Management-Buyout unseres Logistikzentrums veränderte sich unser Umfeld, wir konnten uns neu aufstellen“, meint Canibol. Straffungen gab es beispielsweise im Vertrieb, der jetzt nur noch 45 Mitarbeiter zählt. Trotz der Reduzierung arbeite der Vertrieb „genauso effizient wie zuvor“.

Im Bereich des Keyaccount-Managments hat EMI Electrola sogar aufgestockt: Im Vertrieb hat der Klassik-Bereich einen eigenen Keyaccount-Manager, „was sich beispielsweise bei der Veröffentlichung des Albums,Moment Of Glory‘ sehr positiv bemerkbar gemacht hat“, meint Canibol. Auch im Marketingbereich gab es Veränderungen: Die Bereiche sind A&R und Marketing getrennt. Für das A&R-Segment ist Evelyn Junker verantwortlich, den Marketingbereich der EMI leitet Sylvia Kollek. Unter ihr Ressort fällt sowohl das nationale als auch das internationale Marketing für EMI-Veröffentlichungen.

Laut Heinz Canibol hat die Zusammenlegung zwei Vorteile: „Zum einen gewinnen unsere Produkt- und Marketingmanager an persönlicher Qualifikation, wenn sie sich mit beiden Bereich beschäftigen. Zum anderen läßt sich die Arbeitsbelastung im Team besser verteilen“. Zusätzlich zum EMI Pop Marketing Bereich betreut Roman Rybnikar mit seinem Electrola-Team nach wie vor Crossover/MOR/Schlager-Projekte wie zum Beispiel Helmut Lotti, Michelle und die Vikinger.

Als Schritt in die Zukunft bezeichnet Canibol auch die Gründung der Internet-Abteilung, die der Director New Media Dr. Achim Fettig leitet. Die Abteilung ist im Moment mit drei festangestellten und zwei freien Mitarbeitern ausgestattet, die Kooperationen mit Internetangeboten auslooten sollen. Außerdem stehen Fettigs Mitarbeiter in Kontakt mit den anderen Abteilungen, wenn es um die Ergänzung von Marketingplänen um Aktionen im Internet geht.

„Es war ein dramatisches Jahr für die EMI in Deutschland, gleichzeitig aber eines der erfolgreichsten“, kommentiert Heinz Canibol die Veränderungen, „Prognosen für das kommende Jahr will ich aber nicht abgeben“. Trotz der Fusionsgespräche sei sein Unternehmen nicht „in eine Lähmung gefallen“, der Umstrukturierungsprozeß sei „effizient und zügig“ bewerkstelligt worden.