e:max bringt Clips in die Disko

Oft scheitern die Plattenfirmen mit ihren Musikvideos an den Formatvorgaben von MTV und Viva. Mit dem Übertragungssystem e:max bieten ProSieben Digital Media und die Kölner Agentur Media Art in Diskotheken eine neue Promotion-Möglichkeit an.

Dank e:max können Musikgastronomen oder DJs in Großraumdiskotheken individuell ein auf ihre Bedürfnisse zugeschneidertes Video-Programm auf Bildschirmen und Leinwänden ausstrahlen. Die dafür nötige Technik stellt ProSieben Digital Media zur Verfügung. In dem 16.000 Mark teuren Paket ist die gesamte Hard- und Software enthalten, die der DJ benötigt, um per Internet auf der e:max-Website die gewünschten Titel auszuwählen, die anschließend über Satellit auf den Computer der Diskothek übertragen werden. Das System speichert die Videos als MPEG2-Dateien auf der Festplatte, und der DJ kann Abend für Abend aufs neue auswählen, welche Clips er spielen möchte. Jedes Video muß also nur einmal übermittelt werden. Bei der Einführung von e:max im Oktober werden rund 100 Videos zur Auswahl stehen und das Angebot erweitert sich wöchentlich um 20 neue Clips.

Nach der Erstanschaffung ist e:max für den Kunden kostenlos, da ProSieben Digital Media mit dem System auch Werbepartner anspricht, die ihre Spots zwischen den Videos plazieren können. „Wir bieten den Kunden eine genau definierte, trendige Zielgruppe“, erklärt Verkaufsleiter Nils Röhrig. „Außerdem werden die Diskothekenbesucher die Werbung kaum als störend empfinden, da sie maximal zehn Minuten pro Programmstunde ausmachen werden.“ Das Angebot an Clips stellt die Agentur Media Art, ein Unternehmen der ProSieben Gruppe. Kooperationsverträge mit BMG Ariola, Virgin, Zyx, Dance Street und Coconut sind bereits unter Dach und Fach, weitere sollen folgen. Media Art stellt auch den Kontakt zu den Diskotheken her. „Im Oktober werden wir e:max mit 150 Anschlüssen starten.

Bis zum Jahreswechsel wollen wir uns auf 250 steigern“, zeigt sich Media-Art-Geschäftsführer Reinhold Geiling über die große Akzeptanz in der Branche erfreut. So sieht auch BMG-München-Chef Jan Bolz in e:max „eine Ergänzung zu den bestehenden Medien, mit der wir Videos vorstellen können, die durch die Formatierungsraster der Musiksender nicht berücksichtigt werden. So kann die Zielgruppe selbst entscheiden, ob Titel Hit-Potential haben.“ Die Franchise-Kette Gastronomie & Tanz wird mit 60 Diskotheken an e:max teilnehmen, ebenso wie die regional weithin bekannten Diskotheken Traxx (Hamburg), Night Flight (München) und Paramount Parc (Frankfurt). Allein seit der Popkomm. kamen 25 neue Kunden dazu. Bis zur Jahrtausendwende sollen insgesamt 1500 e:max-Systeme auch in Fitness-Studios und Boutiquen für bewegte Bilder sorgen.