Elefantenhochzeit verzögert sich

Der Wertverlust der Seagram-Aktie von 36 Prozent in den letzten drei Monaten und der Kurseinbruch des Dollars verzögern die rasche Umsetzung der Fusion von Universal und PolyGram. Statt am 31. Oktober soll die Zusammenlegung der beiden Firmen nun am 25. November erfolgen.

Durch die Baisse an den Börsen verliert der PolyGram-Verkäufer Philips Electronics NV rund 750 Millionen Dollar, weil Seagram ein Fünftel der Kaufsumme (10,4 Milliarden Dollar) mit Aktien begleicht. Gleichzeitig muß Seagram dem holländischen Konzern rund 800 Millionen Dollar mehr überweisen, um die Wechselkursschwankungen auszugleichen.

Um den Bargeldanteil dieses Geschäfts aufzubringen, will Seagram seit einiger Zeit die Filmdivision PFE abstoßen – mit mäßigem Erfolg. Statt wie erwartet einer Milliarde Dollar boten die Interessenten nur zwischen 300 und 500 Millionen; MGM verabschiedete sich inzwischen aus dem Kreis der Bieter ().

Zwar will Universal bis Ende November keine Personalentscheidungen treffen, doch verdichten sich Gerüchte, wonach die PolyGram-Chefs in Südamerika und Asien, Manolo Diaz und Norman Cheng, auch im neuen Konzern überregionale Funktionen wahrnehmen werden. Dagegen erwarten Insider, daß Jorgen Larsen den Posten von Rick Dobbis – President Continental Europe – mit übernehmen wird.