Jedoch geht es dem Autor gar nicht um vordergründige Horn-Stimmungsmache. „Deutscher Schlager und Politik in ihrer Zeit“ – so der Untertitel – stehen im Mittelpunkt der sehr fundierten Arbeit, mit der er die Brücke von Zarah Leander bis Helmut Kohl schlägt. Er analysiert den deutschen Schlager im gesellschaftspolitischen Koordinatensystem des 20. Jahrhunderts – von seinen Wurzeln in der Operette und den wilden Zwanzigern über Drittes Reich und 50er-Jahre-Fernweh eines Rudi Schuricke bis hin zum aktuellen Boom der volkstümlichen Musik. Guildo Horn und Birmingham sind aus dieser Perspektive eher Randerscheinungen.
Andre Port le Roi: Schlager lügen nicht; Klartext; ISBN 3-88474-657-X; 224 Seiten; 19,80 Mark





