Ein Zukunftsmarkt im Wachstum

Mit der steigenden Zahl von Musikdateien im Internet wächst das Angebot an Abspielgeräten. Die großen Elektronikfirmen arbeiten an eigenen MP3-Playern. MUSIKWoche gibt einen Überblick über die erhältlichen und angekündigten MP3-Player.

Die US-Forschungsgruppe Forrester Research schätzt die Zahl der bis Jahresende verkauften MP3-Player auf rund eine Million Stück. Bis zum Jahr 2003 soll sich die Menge auf 32 Millionen steigern. Einer der meistverkauften Player in Deutschland ist der Rio PMP300 von RioPort, einem Ableger der Software-Firma Diamond Multimedia. „Unser Vorteil ist, daß wir eine der ersten Firmen auf dem Markt waren“, sagt Hans-Peter Lange, PR-Manager Central Europe bei Diamond Multimedia. „So verbinden viele Leute mit MP3 den Namen Rio.“ Im Dezember 1998 präsentierte Diamond den Rio PMP300 als erstes tragbares Abspielgerät für MP3-Dateien, das weltweit und in größeren Stückzahlen angeboten wurde. Bis heute konnte die Firma mehrere 100.000 Stück absetzen. Zu den ersten in Deutschland erhältlichen Playern zählen zudem der MPlayer3 von Pontis sowie der MPMan F20 von Schneider, der in seiner Ausstattung dem Rio PMP300 ähnelt. Inzwischen haben auch die großen Elektronikkonzerne das Marktpotential der oft zigarettenschachtelgroßen Geräte erkannt und arbeiten an eigenen Playern: Grundig will im Herbst mit dem MPaxx auf den Markt kommen, während die französische Firma Thomson noch in diesem Jahr einen Player namens Lyra präsentieren will. Das weltweite Angebot an MP3-Playern gestaltet sich noch umfangreicher, wobei viele Geräte noch nicht oder nur vereinzelt im deutschen Handel erhältlich sind. Großer Nachfrage erfreuen sich in den USA der Nomad von Creative Labs und der I-Jam der Firma I-Jam Multimedia, während in Korea der Elektronikriese Samsung im Februar mit dem Yepp aufwartete. Für Anfang nächsten Jahres hat auch Philips einen Player angekündigt. Der Konzern will erst die weiteren Richtlinien der Secure Digital Music Initiative abwarten, die noch in diesem Jahr präsentiert werden sollen und genauere Spezifikationen für tragbare Abspielgeräte vorgeben. Das soll die Verbreitung illegaler Musikdateien stoppen, was am Ende den Herstellern der Abspielgeräte zugute käme: „Eins der Hauptprobleme ist, daß es noch nicht genügend legale Musik im Internet gibt“, sagt Lange. „Daher kann es nur in unserem Interesse sein, mit der Musikindustrie zusammenzuarbeiten und gemeinsam sichere Standards zu entwickeln.“