Ein Weltstar zum Finale

Lionel Richie krönte mit einem Live-Auftritt die Präsentation von Mercury Records. Die Repertoire-Gesellschaft geht mit internationalen Acts wie U2, Foxy Brown, PJ Harvey, Mark Knopfler, Elton John in den Veröffentlichungsherbst, hat aber auch mit lokalem Produkt viel vor.

In einer Hinsicht unterschied sich die Präsentation des Mercury-Teams im Berliner Estrel-Hotel von den vorangegangenen von Polydor, Universal Records und Motor Music: Boris Löhe und seine Crew verzichteten für ihre Produktvorschau auf einen fiktiven Rahmen, wie ihn die Kollegen mit ihren TV-Parodien und Download-Kellergängen gewählt hatten. Stattdessen gewährte die Company, die nach den Worten von Managing Director Boris Löhe dank der Erfolge mit Bon Jovi, Shania Twain, Texas, Metallica, Sisqo und anderen „ein Riesenjahr“ hinter sich habe, ihren Künstlern ausgiebig Zeit für Live-Auftritte vor der Vertriebsmannschaft.

Dabei bestieg nach den Nachwuchshoffnungen NTS, Mushtaq, Bintia und Deema, deren Debütalben zum Teil erst für das kommende Jahr vorgesehen sind, ein echter Weltstar die Bühne: Lionel Richie, der sich schon seit Dekaden nicht mehr als Hotel-Pianist betätigen müsste, riss die im Estrel versammelten Universalisten mit Versionen seiner Klassiker wie „All Night Long“ oder „Hello“ genauso von den Sitzen wie mit den ersten Kostproben aus seinem am 16. Oktober erscheinenden neuen Album „Renaissance“. Mit neuen Werken von Mark Knopfler (erschien am 25. September), U2 (Veröffentlichungstermin: 30. Oktober), PJ Harvey (23. Oktober), und Foxy Brown (6. November), sowie einer Greatest-Hits-CD von Texas (23. Oktober) und gleich zwei neuen Werken von Elton John, dem Soundtrack zu „Der Weg nach Eldorado“ (9.10.) und dem Live-Album „One Night Only“ (13.11.) sieht man sich bei Mercury für den Herbst gut mit internationalem Produkt bestückt.

Für den lokalen Bereich wies Sina Farschid, Head of A&R, unter anderem auf die bereits veröffentlichten aktuellen Longplayer von Helge Schneider und Knorkator hin und kündigte Veröffentlichungen von D-Flame (16.10.) und In Extremo an.