edel music AG legt Geschäftsbericht 2000 vor

Entgegen den Unkenrufen mancher Branchenexperten hat die edel music AG am 22. März überraschend gute Jahreszahlen vorgelegt: Der Umsatz stieg.

Am signifikantesten ist auch im Geschäftsjahr 2000 der wie die Jahre zuvor extrem angestiegene Umsatz. Konnte ihn edel 1999 bereits von rund 284,4 Millionen Mark auf 450,9 Millionen Mark steigern, war im vergangenen Jahr wieder ein Umsatzwachstum von 162,4 Prozent zu verzeichnen. Das interne Wachstum beziffert die AG auf 38 Prozent, der Rest resultiert aus der Vollkonsolidierung der 1999 erworbenen Firmen Play It Again Sam, Eagle und Red Distribution.

Der Cashflow lag in 2000 bei 41,3 Millionen Mark, die Aktiengesellschaft verfügte zum 31. Dezember 2000 zudem über 85,1 Millionen Mark flüssige Mittel. „Damit haben wir die im November 2000 prognostizierten Zahlen übertroffen“, freute sich Vorstandsvorsitzender Michael Haentjes während der Bilanzpressekonferenz.

Haentjes blickt dennoch auf ein turbulentes und für seine Firma nicht rundum zufriedenstellendes Jahr zurück. Im März 2000 setzte er bei der Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 1999 das Ziel für 2000 sehr hoch: Der Umsatz solle bei einer Milliarde Mark liegen. Das klappte, dennoch sprach das Unternehmen im November 2000 eine Gewinnwarnung aus. Und diese ließ den Aktienkurs, der sich angesichts eines Höchststands von knapp 90 Euro im Jahr 1999 in den Monaten vor der Warnung bei rund 15 Euro einpendelte, noch einmal auf fast fünf Euro rutschen. Vor Bekanntgabe der Jahreszahlen lag die Aktie bei rund vier Euro, nach der Veröffentlichung konnte ein leichter Anstieg verzeichnet werden, am 26. März lag der Kurs bei 4,40 Euro.

edel sieht in den 2000er Zahlen die „ersten positiven Tendenzen des Konsolidierungs- und Wachstumskurses des Unternehmens“, wie es in der Pressemitteilung heißt. In Amerika wurde im Februar 2001 ein neues Tochterunternehmen gegründet: edel entertainment Inc. Die Firma soll A&R-Quellen erschließen und Kooperationen im Technologiebereich eingehen. edel nutzt die Vertriebsstrukturen von Red Distribution und ersetzt das Label edel America Records, das zeitgleich aufgelöst wurde.

In Deutschland entschloss sich Haentjes, die operativen Einheiten der edel records GmbH und der edel media & entertainment GmbH vom administrativen Sektor und dem Service-Bereich zu trennen.

Für 2001 und 2002 erwartet der Vorstandsvorsitzende eine Verstärkung der Einspareffekte. Das operative Geschäftsergebnis soll weiter verbessert werden, der EBIT soll in zweistelligen Millionenregionen bleiben und erneut signifikant steigen.

Das Umsatzwachstum solle allerdings, wie Finanzchef Dr. André Finkenwirth erläuterte, nicht mehr so stark wie in den Vorjahren ausfallen, da edel den „aggressiven Akquisitionspfad“ verlassen habe. Statt dessen wolle die Aktiengesellschaft vor allem in die bestehenden Geschäftsfelder investieren. Der Schwerpunkt soll sich vom reinen Vertrieb von Tonträgern hin zum Rechtebesitz an Künstlern und Songs verschieben.