edel investiert ins Klassik-Geschäft

edel-Geschäftsführer Michael Haentjes baut seine Firmengruppe weiter aus. Er will auch mit Hilfe des Internet seine Position im Klassik-Geschäft verstärken und engagierte dafür den ehemaligen PolyGram-Manager Chris Wemcken.

Wemcken war zuletzt Managing Director von PolyGram in Wien, bevor er im Zuge der PolyGram/ Universal-Fusion das Unternehmen verließ. In seiner neuen Funktion als President edel Classic Audio/Visual kann Wemcken von der österreichischen Hauptstadt aus operieren und darüber hinaus auf Facherfahrung zurückgreifen: Chris Wemcken arbeitete vor seiner Zeit bei PolyGram als Vice President Marketing Classics für BMG in New York. Jetzt soll er das Klassik-Geschäft der edel-Gruppe ausbauen.

Die Plattenfirma sieht im klassischen Bereich noch brachliegende Umsatzpotentiale und will in den kommenden Jahren Investitionen im dreistelligen Millionenbereich locker machen, um sie zu erschließen. edel ist seit sechs Jahren mit einer eigenen Klassik-Abteilung am Markt und akquirierte seitdem unter anderem den Katalog der Deutschen Schallplatte Berlin. „Jetzt wollen wir Lücken im vorhandenen Repertoire schließen“, erläutert Chris Wemcken, „damit wir am Ende dieser Entwicklung 98 Prozent des gängigen Klassik-Repertoires abdecken.“

Erreichen will edel dies laut Wemcken durch eine „ausgewogene Kombination“ von Neuaufnahmen, Akquisition bestehender Kataloge und Joint-Ventures mit anderen Partnern – vor allem auf Vertriebsebene. Auf teure Neuaufnahmen mit Stars des Genres wird die Plattenfirma dabei jedoch verzichten. Außerdem wolle man die Produktgestaltung deutlich modernisieren und den P.O.S.-Auftritt des Unternehmens im Klassik-Bereich „deutlich verbessern“. „Das Internet“, erklärt edel-Geschäftsführer Michael Haentjes, „kann hier der Schlüssel zu völlig neuen Kundengruppen werden – Konsumenten, die nach meinen Erfahrungen vom Tonträgerfachhandel nicht oder nicht mehr erreicht werden können.“ Deshalb will edel mit der gestärkten Klassik-Division erstmals auch das Internet als Distributionsweg für Tonträger nutzen.

Michael Haentjes zieht in Betracht, das edel-Repertoire zum Herunterladen bereitzustellen. Die Ertragsaussichten seien für die Plattenfirma durch den Wegfall der Händlermargen auch bei etwas geringeren Preisen für das Produkt sehr gut, so der edel-Chef. Insgesamt wolle man den Umsatz der edel-Klassik in den nächsten Jahren „deutlich vervielfachen“.