Besitzern einer Eintrittskarte zur Verleihung dürfte klar gewesen sein, dass ihnen ein Sitzmarathon bevor stehen würde. Dass es gleich dreieinhalb Stunden wurden, war ermattend und lag nicht zuletzt an der Tatsache, dass ganze 24 Preise zu vergeben waren. Wobei nicht immer Jedermann einleuchtete, wie die Nominierungen in einzelnen Kategorien zustande kamen.
Auch ein Geheimnis blieb, warum als Laudatoren nicht mehr Persönlichkeiten mit Musikbezug auftraten. Statt dessen warteten RTL, Deutsche Phono-Akademie und Show-Produzent Werner Kimmig gleich mit sechs Moderatoren auf, die bei einschlägigen Privatsendern auf der Lohnliste stehen. Dass deren Ausführungen zum Teil unfreiwillige Komik verursachten, stieß ebenso sauer auf, wie der verunglückte Auftritt von Ingo Appelt, der diesmal über das Ziel hinaus schoss.
Dem Quotenerfolg für RTL tat dies aber keinen Abbruch: „Echo 2001 – Die Verleihung“ landete am Donnerstag auf Platz zwei hinter „Wer wird Millionär?“. 4,87 Millionen Zuschauer ab drei Jahren schalteten ab 21.15 Uhr ein (Marktanteil 19,9 Prozent). Bei der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte die Show einen Anteil von 29,5 Prozent mit 3,19 Millionen Zuschauern. In den Jahren davor wollten den Echo nur 3,71 Millionen (2000) beziehungsweise 4,08 Millionen (1999) Zuschauer sehen.
Erfreulich war auch, dass sich zumindest einige der auftretenden Künstler nicht gänzlich auf das unterstützende Playback verlassen wollten. So bewiesen Ayman, Dynamite Deluxe und Anastacia, dass sich musikalisches Können und kommerzieller Erfolg, und in diesen Fällen auch der Gewinn eines Echo, nicht ausschließen.
Unumstrittener Höhepunkt der Gala war die Vergabe des Preises für das Lebenswerk an Fritz Rau. Wenn auch bei diesem Programmpunkt das Pathos deutlich spürbar war, so war er doch aus dem Holz geschnitzt, das große Award-Shows ausmacht: Ehrung für erbrachte Leistung. Bei der anschließenden Party, die nur in bestimmten, abgegrenzten Bereichen exklusiv war, wurde dann eines klar: Trotz rückläufigem Markt hat die Branche immer noch Grund sich zu feiern.




