eastwest und Virtual Volume kooperieren

Als erste Plattenfirma arbeitet eastwest records mit einem Internet-Label zusammen. Beide Unternehmen hoffen auf Synergieeffekte.

“In einer Zeit, in der das Musikgeschäft sich zunehmend in den Online-Bereich verlagert, ist dies ein adäquater Weg, ebenfalls die Vorteile der virtuellen Musikwelt zu nutzen“, erklärt eastwest-Geschäftsführer Hubert Wandjo im Gespräch mit MUSIKWoche. Björn Mathes, Geschäftsführer von Virtual Records, ergänzt: „Die CD wird bis auf weiteres eine Rolle spielen. Insofern freuen wir uns, mit einer etablierten Plattenfirma zu kooperieren.“ Konkret sieht der exklusive Deal mit der Hamburger Internetfirma Virtual Volume GmbH vor, dass eastwest records pro Jahr mindestens vier Alben oder Singles von Künstlern, die sich auf den Seiten der Firma im Internet präsentieren, veröffentlicht. „Alles, was bei Virtual Volume reinkommt, steht uns zur Verfügung. Das sind Künstler, die wir auf dem herkömmlichen Weg nicht erreichen“, erläutert Wandjo. Auf der Internet-Seite von Virtual Volume können Künstler kostenlos eine eigene Homepage erstellen und ihre Songs im MP3-Format präsentieren. Die Online-Community der Site entscheidet dann über den Erfolg des Titels. Die beliebtesten Acts nimmt Virtual Records, das Label der Internet-Firma, unter Vertrag. Im Anschluss kommt eastwest bei Bedarf per Bandübernahmevertrag zum Zug. Wenn eastwest ein Signing ablehnt, kann der Interpret bei einem anderen Label einen Vertrag abschließen. Die Qualität der neuen Musik, die Virtual Volume im Internet präsentiert, hält Wandjo für „erstaunlich“: „Da sind sehr ausgeschlafene Sachen dabei, die anbietungswürdig sind.“ Bereits in drei bis vier Wochen will eastwest eine Single eines Acts veröffentlichen, der seinen Weg zur Plattenfirma über Virtual Volume fand. Wandjo glaubt an die wachsende Bedeutung des Internets, nennt es „einen wichtigen Vertriebskanal der Zukunft, der sehr komfortabel Musik zum Konsumenten bringt“. Im Moment sieht er seine Plattenfirma gegenüber der Konkurrenz im Vorteil, da eastwest als erste den Nutzen aus einer derartigen Kooperation ziehen könne. Der Kontakt zu Virtual Volume kam über einen ehemaligen eastwest-Mann zustande: Geschäftsführer Björn Mathes arbeitete früher bei eastwest und war zuletzt bei edel records für das Marketing verantwortlich. Die Virtual Volume GmbH wurde Mitte vergangenen Jahres gegründet und kann seitdem eindrucksvolle Zahlen vorweisen: Pro Monat verzeichnet die Internet-Site, auf der sich mittlerweile über 700 Bands und Musiker präsentieren, zwischen 300.000 und 350.000 Page-Impressions; die Community hat 4500 registrierte Nutzer.