Don Henley: Im Soloflug auf Erfolgskurs

Elf Jahre nach seinem letzten Soloalbum meldete sich Don Henley, der einstige Drummer und Sänger der Eagles, mit einer neuen CD zurück.

Zusammen mit den Eagles sprengte Don Henley sämtliche Rekorde im Rockbusiness: 90 Millionen verkaufte Tonträger, vier Grammys; von der Compilation „Their Greatest Hits 1971 -1975“ wanderten alleine in den USA 26 Millionen Kopien über die Ladentische. Doch auch im Soloflug steuerte Henley stets auf Erfolgskurs. Seine Alben „I Can“t Stand Still“ (1982), „Building The Perfect Beast“ (1984) und „The End Of The Innocence“ (1989) erreichten allesamt Platin-Status und warfen diverse Single-Hits ab. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an die neue CD – hat Don Henley deshalb elf Jahre lang an „Inside Job“ (WEA) gefeilt? „Nein“, verrät der schmächtige 53-Jährige im Gespräch mit MUSIKWoche in Los Angeles, „ich hatte einfach keine Zeit, um ein neues Soloalbum aufzunehmen. Ich war auf Tournee, habe mich für diverse gemeinnützige Projekte engagiert; dann kam die Eagles-Welttournee, und im Anschluss daran bin ich wieder zurück nach Texas gezogen. Alles in allem habe ich an dieser CD höchstens zweieinhalb Jahre gearbeitet – also nicht länger als sonst.“ Das Album, das Henley zusammen mit Stan Lynch produzierte, dem ehemaligen Drummer von Tom Pettys Band, versammelt 13 neue Songs, die perfekt seinen musikalischen Werdegang reflektieren: gefühlvolle Balladen, gemäßigter Country-Rock, hintergründige Texte, aber auch funk-orientiertes Material, wie der Opener „Nobody Else In The World But You“, bei dem kein Geringerer als Stevie Wonder an den Keyboards sitzt. „Er hat den Song im ersten Durchlauf eingespielt,“ erinnert sich Henley an die Gastrolle des blinden Musik-Genies. „Ich konnte es gar nicht glauben. Es war einfach perfekt.“ Weitere Beiträge lieferten für „Inside Job“ hochkarätige Musiker wie Glenn Frey (Eagles), Toto-Keyboarder David Paich oder die Session-Musiker Dean Parks, Gregg Bissonette oder Larry Klein. Kein Wunder, dass Henley auf gediegene Routiniers setzt, denn am musikalischen Nachwuchs läßt der dreifache Familienvater kein gutes Haar: „Heute ist es cool, wenn man schlampig spielt und wenn man sich nicht zu sehr anstrengt. Für mich sind das aber Ausreden für handwerkliche Unzulänglichkeiten.‘