Disques Office vertreibt Spartenprogramm erfolgreich: Schweizer Vertrieb mit „Buddha-Bar“ im Trend

Eine große Szene für Sounds aus dem Bereich Neo-Easy-Listening existiert in der Schweiz nicht. Dennoch verkaufen sich Produkte aus diesem Sektor, darunter vor allem Compilations der Reihe „Buddha-Bar“, trotz hoher Preise gut. Heinz Sollberger von Disques Office setzt beim Vertrieb auf den Fachhandel.

“Die Großverteiler, die rund 70 bis 80 Prozent des Schweizer Tonträgermarkts abdecken, sind an solchen Nischenprodukten nicht interessiert“, erläutert Hans Sollberger, Betreuer der Züricher Filiale von Disques Office. Über den traditionellen Fachhandel, der in der Schweiz rund 20 bis 30 Prozent des Mainstream-Markts ausmacht, verkaufte das Unternehmen dennoch von allen CDs aus dem Programmbereich der zeitgenössischen Barmusik jeweils zwischen 5000 und 10.000 Exemplare.

Und das, wie Sollberger betont, ohne Werbung, ohne Medienunterstützung und zu hohen Endverkaufspreisen: „Da diese Künstler viel Fremdmaterial verarbeiten und somit hohe Lizenzgebühren anfallen, sind die Tonträger eben teuer.“ Eine weitere Rolle spielt die Luxusverpackung der Produkte. Die Endverbraucher müssen demnach bis zu 40 Franken für eine einzelne CD, und 70 bis 80 Franken für eine Doppel-CD zahlen. Bei diesen Preisen sind die Verkaufszahlen eine freudige Überraschung für die von Jean-Claude Vial 1953 gegründete Firma.

Mit derzeit rund 30 Vollzeitbeschäftigten und 20 Teilzeitkräften erwirtschaftet Disques Office heute unter der Leitung von Geschäftsführer Jean-Paul Chobaz Jahresumsätze zwischen 30 und 35 Millionen Franken. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Fribourg spezialisierte sich auf den Vertrieb ausländischer Labels. Derzeit bietet Disques Office Produkte von rund 200 Labels an, darunter Putumajo, Dreyfuss, M 6 und Irma. Ebenso importiert das Unternehmen Produkte der fanzösischen Plattenfirma Wagram Music.

1998 gründete Disques Office eine Niederlassung in Zürich. Dort befasst sich Heinz Sollberger mit Medienarbeit und Promotion. „Unsere Firma kommt aus der französischsprachigen Schweiz. Das ist für viele Medienleute eine Sprachbarriere, die nicht so leicht zu überwinden ist“, weiß Sollberger. Obwohl sich der Wert dieser Filiale nicht in Franken berechnen lässt, ist er davon überzeugt, dass dieser Schritt richtig war, denn „immerhin konnte ich mithelfen, dass Poppa Chubby, der auf dem Label DixieFrog veröffentlicht, letztes Jahr in der Schweiz elf Auftritte hatte.“ Und Konzerte mit Miriam Makeba, Ricardo Lemvo oder Richard Galliano hätten sich, so Sollberger, ebenfalls positiv auf die Verkaufszahlen ausgewirkt.

Der Trend um Compilations wie „Buddha-Bar“ geht auf eine Idee des DJs Stéphane Pompougnac zurück, der im noblen Hotel „Costes“ auflegte. Seine Mixe enthielten Versatzstücke von Shirley Bassey bis Cesaria Evora. Andere griffen den Trend auf. Zum Beispiel Claude Challe, DJ der Pariser „Buddha-Bar“. Als die Majors den beginnenden Boom verpassten, griffen andere zu. Challe zum Beispiel kam beim französischen Label King George V unter, das in der Schweiz von Disques Office vertrieben wird.