Unter der Moderation von Peter Ehm, stellvertretender Chefredakteur der Fachzeitschrift „w&v“, diskutiertenIDKV Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft-Geschäftsführer Jens Michow, Peter L. H. Schwenkow, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Entertainment AG, Peter Alexander Rapp, General Manager BMG Special Marketing Europe, und Oliver Imfeld, Manager von DJ BoBo und Geschäftsführer Yes Music AG, wie Kooperationen zwischen Musikindustrie und Markenartiklern zustande kommen und welche Punkte dabei besonders zu beachten sind. Peter Schwenkow stellte eine grundsätzliche Veränderung der Situation in den letzten Jahren fest: „Wir sind aus dem tiefen Tal der Tränen in den 80er Jahren mittlerweile raus. Damals lautete das Motto der Musikindustrie oft:,Ich verspreche dir alles und geb‘ dir nichts dafür. Hauptsache ich habe dein Geld.'“ Um heute noch einen größeren Etat eines Markenartiklers zu bekommen, so Schwenkow, müßten Plattenfirmen dem Kooperationspartner bereits vorab Konzepte anbieten, die mit meßbaren Erfolgen belegbar sind und vom Künstler mit getragen werden. „Wir müssen auf Berührungsängste verzichten, denn eine gute Sponsoring-Kooperation hat das einzige Ziel, daß am Ende beide Seiten glücklich sind. Aber dafür müssen sich auch beide Seiten anstrengen und die vereinbarte Leistung bringen. Wir handeln zwar mit Emotionen, aber wir dürfen uns nicht von ihnen leiten lassen.“ Jens Michow betonte die Bedeutung von langfristigen Kooperationen: „Die Zeiten, als ein Sponsoring-Vertrag lediglich darin bestand, daß der Markenartikler seinen Namen auf das Tourplakat und vielleicht noch auf die Eintrittskarte druckte, sind vorbei. Heute ist mehr Fantasie von beiden Seiten gefragt. Wichtig ist dabei, daß die Firmen frühzeitig Kooperationen eingehen und diese dann auch über einen längeren Zeitraum verfolgen.“ Dies bestätigt auch Peter Alexander Rapp: „Es wird immer wichtiger, nicht nur kurzfristige Aktionen zu veranstalten, sondern bestehende Deals noch stärker auszuleben. Die Kooperation sollte sich zum Beispiel nicht nur auf die gerade aktuelle Tour oder Platte des Künstlers beschränken, sondern auch den Backkatalog mit einbeziehen. Dadurch kann ich die Bindung von Künstler und Marke stärken und zusammen neue Verkaufswege erschließen.“ Das Thema Glaubwürdigkeit betonte Oliver Imfeld: „Wir arbeiten bei einer DJ-BoBo-Tour mit rund 180 verschiedenen Sponsoren zusammen. Für uns ist dabei das Wichtigste, daß die Marke zum Künstler paßt. Denn DJ BoBo trinkt nun mal kein Bier, deswegen kann er auch nicht für eine Brauerei werben. Das würde nicht funktionieren.“
Diskussionsrunde über Musik-Sponsoring
Im Rahmen des „2. Sponsoring Kongress 1999“, der vom 27. bis 29. Oktober in München stattfand, trafen sich Konzertveranstalter und Vertreter von Plattenfirmen, um bei der Modelldiskussion „Dealing With The Rolling Stones“ die Bedeutung und die Möglichkeiten des Musik-Sponsoring zu erörtern.





