Nicht nur die GEMA will Gerechtigkeit, auch tourende Künstler, also die Urheber, die einen nicht unbeträchtlichen Teil des U-Musik-Einkommens in die GEMA-Kasse bringen. Den Urhebern geht es darum, daß sich das zum Teil fünfstellige GEMA-Inkasso pro Jahr aus „eigenen Tourneen“ bislang nur mäßig in den Ausschüttungen niedergeschlagen hat. Wurde etwa über das gesamte Jahr in den Hallen, Clubs etc. ein Gesamtinkasso von 50.000 Mark durch die GEMA eingenommen, so erhielten die Urheber (und Verleger) aus diesem Inkasso, das bei ihren eigenen Konzerten stattfand, nicht einmal die Hälfte zurück und dies erst nach vielen Monaten. In Frankreich werden solche Tourneen und Konzerte nach einem Inkassoabzug von 12 bis 22 Prozent (je nach Umsatz) direkt an Urheber und Verleger ausgeschüttet, es werden sogar Vorauszahlungen entrichtet. Der GEMA war es bis heute nicht möglich, dieses Verfahren einzuführen, ausgenommen die Direktverrechnung von Großveranstaltungen. Durch die Einführung von PRO wurde das Einkommen der genannten Urheber (und ihrer Verleger) noch einmal stark verringert, zum Teil auf ein Siebtel des bisherigen Einkommens. Die GEMA kann nicht behaupten, daß die von PRO betroffenen Urheber und Verleger vom alten System begünstigt wurden und „zu hohe Abrechnungen erhalten haben“ – sie wurden schon damals „negativ belastet“. Wie jeder tourende Urheber und Veranstalter weiß, sind die Gebühren ein wesentlicher Kostenpunkt in der Kalkulation einer Tour. Meine Vorschläge:
- Von GEMA-Abrechnungen werden generell Einzelaufstellungen erstellt, nicht erst auf Antrag. 2. Ab einem vertretbaren Satz, etwa 500 Mark, wird direkt verrechnet. Damit ist eine Änderung bei Pauschalzahlungen von Clubs, die im Veranstaltungsbereich tätig sind, verbunden. 3. Wenn dies nicht umsetzbar sein sollte, gibt es ein „Rückrufrecht“ für Urheber. Dieses „Rückrufrecht“ ist immer noch besser, als daß sich junge Urheber entschließen, die Wahrnehmung ihrer Aufführungsrechte generell nicht mehr auf die GEMA zu übertragen, denn im Radio finden sie, bedingt durch Formatierung, kaum statt, und bei ihren Konzerten verlieren sie dank PRO mehr Geld als vorher. Die GEMA spricht von präzisen Erläuterungen, die rechtzeitig versandt wurden. Ich erinnere mich an die Demonstration des PRO-Verfahrens bei der DMV-Versammlung in Weimar – die wenigsten Anwesenden haben in allen Konsequenzen verstanden, was dies bedeutet. Dies alles unterstreicht ein altes Problem: Die GEMA muß transparenter werden. Walter Holzbaur, Wintrup Musikverlag, Detmold





