Als erste der fünf großen Plattenfirmen setzte die Universal Music Group (UMG) auf den Download-Vertrieb und vereinbarte im Mai eine Kooperation mit dem Software-Hersteller InterTrust Technologies. Gemeinsames Ziel: ein kopiersicheres Download-Verfahren zu entwickeln, das den Richtlinien der SDMI entspricht und den Schutz und die Vergütung von Urheberrechten gewährleistet. Mit dem Digital Rights Management (DRM) Commerce 1.2 hat InterTrust jetzt eine Technologie vorgestellt, die Musikdateien verschlüsselt und somit den Plattenfirmen und Vertrieben ein Werkzeug zur Abrechnung und Verwaltung digital vertriebener Musik liefert. Neben UMG wollen auch BMG Entertainment, der Software-Entwickler MusicMatch und Diamond Multimedia, Hersteller des Rio MP3-Players, zugesagt, Commerce 1.2 DRM bei der Entwicklung von SDMI-kompatiblen Technologien und Abspielgeräten integrieren. Kürzlich gab UMG weitere Kooperationen bekannt – und zwar mit den Elektronikfirmen Matsushita, Toshiba und Diamond Multimedia. Diese arbeiten an der nächsten Generation digitaler Abspielgeräte und sollen gewährleisten, daß die künftige Download-Lösung von Universal mit den neuen Playern kompatibel ist. Als Vertriebs-Plattform für Musikdateien will UMG die Website getmusic.com nutzen, die der Konzern im April gemeinsam mit BMG gründete hat. Bisher kann der Kunde dort nur CDs bestellen, die dann per Post ausgeliefert werden. Gemeinsame Sache beim Online-Vertrieb machen auch die Sony Corporation und Time Warner. Die beiden Konzerne kauften kürzlich 74 Prozent der Aktien des Internet-Musikhändlers CDNow. Diesen wollen sie nun mit Columbia House, der gemeinsamen Direktvermarktungsfirma von Sony und Warner, zusammenlegen. Time-Warner-President Gerald Levin sagte, die daraus entstehende Firma solle das Kernstück der E-Commerce-Aktivitäten der beiden Konzerne bilden. Langfristig soll dem Kunden dort neben der Möglichkeit, CDs zu bestellen, auch ein breites Download-Angebot zur Verfügung stehen. Als Software-Partner wird dabei wohl Microsoft fungieren. Bereits Mitte Mai besiegelte Sony Music eine Zusammenarbeit mit dem Computerkonzern zum Vertrieb von Musik über das Internet. Sowohl Sony wie auch Warner nutzen bereits den von Microsoft entwickelten Windows Media Player 4.0, um auf ihren Websites Lieder im Streaming-Verfahren abzuspielen, und bieten zu Promotionzwecken vereinzelt auch schon kostenlose Downloads an. Auch auf dem Gebiet der Custom-Made-CDs hat Sony einen Partner gefunden: Die Vertriebs-Firma Digital-On-Demand bietet an zahlreichen Download-Stationen im Plattenhandel rund 4000 Titel aus dem Sony-Programm an. Der Kunde kann sich dort seine eigenen Hit-Kopplungen zusammenstellen und diese auf CD brennen. EMI Recorded Music bietet ebenfalls bereits ein breites Programm über Digital-On-Demand an. Darüberhinaus kaufte das Unternehmen 40 Prozent des Internet-Musikvertriebs Musicmaker.com. Auf dessen Website kann sich der Kunde nach persönlichem Gusto Compilations zusammenstellen, die er dann per Post geliefert bekommt. Auf dem Gebiet der Musik-Downloads arbeitet die EMI mit der Software-Firma Liquid Audio zusammen, an der sie auch eine geringe Beteiligung hält. Die Firmen schlossen im Juni einen Vertrag über drei Jahre ab, während dessen Laufzeit Liquid Audio seine Download-Technik zur Verfügung stellt. Vor kurzem vereinbarte EMI darüberhinaus eine Zusammenarbeit mit der Firma encoding.com, die eine Technologie zur Verwaltung von Musikdateien entwickelt hat. Mit deren Hilfe will EMI künftig das Download-Angebot mit Titel-Informationen, Artwork und einem Verschlüsselungs-Mechanismus ausstatten.
Die Umsetzung der SDMI-Richtlinien
Die Richtlinien der Secure Digital Music Initiative (SDMI) zur Verbreitung digitaler Musik legten den Grundstein für die Einführung eines sicheren Download-Standards. Die fünf großen Musikkonzerne wollen diesen Standard nun möglichst schnell definieren um Musikdownloads damit kommerziell nutzbar zu machen. Ein Überblick über Allianzen und Kooperationen.





