Der Schweizer CD-Fachhandel im Jahr 2000

Im Schweizer CD-Fachhandel zeigte sich im Jahr 2000 eine Umsatzsteigerung. Kleinere Händler mussten vermehrt auf Nischensortimente ausweichen. Das belegt eine Umfrage von MUSIKWoche unter Fachhändlern in der Schweiz.

Im Schweizer CD-Fachhandel zeigte sich im Jahr 2000 eine Umsatzsteigerung. Kleinere Händler mussten vermehrt auf Nischensortimente ausweichen. Das belegt eine Umfrage von MUSIKWoche unter Fachhändlern in der Schweiz. Die Entwicklung im CD-Fachhandel zeigte im Jahr 2000 eine positive Tendenz auf. Ex Libris, der größte Schweizer Fachhändler, konnte seinen Gesamtumsatz um acht Prozent auf 136 Millionen Franken erhöhen. „Auch im Musikbereich konnte Ex Libris, wie schon im Vorjahr, kräftig zulegen“, erklärt Geschäftsleiter Peter Bamert. Er führt die Umsatzsteigerung im Bereich Tonträger in erster Linie auf „die Marktnähe des Product-Managements“ und auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zurück.

Ähnliches gilt für die Tonträgerhandelskette City Disc AG, die im Dezember vom Online-Vertrieb Directmedia übernommen wurde. City Disc konnte im vergangenen Jahr Neuheiten zu günstigen Preisen anbieten. „Wir sind zufrieden“, sagt Geschäftsführer Christian Rippstein: „Wir haben die Umsätze vom Vorjahr im Musikbereich um bis zu vier Prozent übertroffen.“ Rippstein gibt sich für das Jahr 2001 zuversichtlich, obwohl der Musikbereich, wie er sagt, „kein Wachstumsmarkt, sondern ein Verdrängungsmarkt“ sei.

Auch für die kleineren Fachhändler war 2000 ein gutes Jahr. Sie begannen sich jedoch vermehrt auf Nischen zu spezialisieren. Ruedi Fehlmann, Inhaber des Vollsortimenters Rock On in Zürich, berichtet von einer Umsatzsteigerung von zwölf bis 15 Prozent: „Diese ist zu einem kleinen Teil auf das höhere Preisniveau zurückzuführen“, erklärt er. „Und auf die Tatsache, dass die Kunden bei uns eine maßgeschneiderte Beratung bekommen – und deshalb gern zu uns kommen. Wir bieten kaum noch Neuigkeiten aus den Hitparaden an.“

In der Nische sieht auch René Zobrist, Inhaber von Why Not in Zofingen, eine Chance, als Einzelhändler neben den großen Handelsketten zu bestehen. „Wir setzen auf Insidertipps und Spezialitäten“, sagt Zobrist. „Die Stammkundschaft ist bereit, in diesen Bereichen dank einer fachkundigen Beratung mehr zu bezahlen.“ Sein Umsatz für 2000 sei im Gegensatz zu den unbefriedigenden Vorjahren stabil.

Auch das Music Center in der Basler Innenstadt setzte 2001 weniger auf Neuveröffentlichungen oder Hits. „Wie sollen wir eine Chance haben, wenn die Handelsketten die Neuheiten aus den Charts für den gleichen Preis verkaufen, wie wir sie bei der Plattenfirma einkaufen“, sagt Mitinhaberin Brigitta Frankenbach. „Wir setzen noch mehr als früher auf unser Spezialgebiet, die Filmmusik.“ Auf diesem Segment habe der Umsatz des Music Centers im vergangenen Jahr zugenommen. Trotz dieser befriedigenden Entwicklung geben sich die kleinen Händler für das Jahr 2001 eher skeptisch.