“Für Dance – aber genausogut für HipHop – hatte diese Funkbereinigung einen sehr positiven Effekt“, meint Neffi Temur, Head of A&R/Marketing Urban. „Ein gutes Beispiel ist die letzte Tomcraft-Single,,Prosac‘, die sich früher mit Sicherheit nicht so lange in den Charts gehalten hätte, auch wenn es nur um Rang 80 war. Aber vor einem Jahr wäre sie schon längst aus den Charts geflogen. Und wir haben jetzt definitiv mehr Dance- und HipHop-Songs in den Singles-Charts. Ein angenehmer Nebeneffekt besteht zudem darin, dass wir dadurch mehr Titel für Compilations verkoppeln können.“
Markus Wenzel, Geschäftsführer Superstar Recordings, ist anderer Meinung: „Eigentlich hat uns die Funkbereinigung nicht viel gebracht. Zwar mag in den unteren Rängen tatsächlich der eine oder andere Dance-Titel mehr einsteigen. Aber Titel, die sich unter Rang 60 platzieren, fallen erfahrungsgemäß schnell wieder heraus. Und Viva spielt Songs erst ab Platz 60, fürs Radio brauchst du sogar Top 40. Richtige Dance-Hits steigen entweder sofort sehr hoch ein und fallen dann wieder oder arbeiten sich von einem Einstieg in den 40ern empor. Prozentual gesehen platzieren sich vielleicht mehr Dance-Tracks in den Charts, dies hilft den Firmen aber nicht wirklich.“
Stefan Friedrich, Product Manager Dance/A&R WEA, glaubt, dass die Funkbereinigung „Barrieren gebrochen hat. Wir haben mehr Charts-Entries, auch im Dance-Bereich, die es bei geringem oder gar keinem Markting-Aufwand nun in die Hitparade schaffen. Denn die Charts sind people’s choice, während die Radiosender immer nur das spielten, wovon sie glaubten, dass es den Leuten gefällt.‘






