MusikWoche: Reicht die jetzige Fassung des Urheberrechtsgesetzes aus, um sich als Rechteinhaber gegen illegale Musiknutzung zur Wehr zu setzen? Dagmar Sikorski: Ich freue mich, dass einige unserer Bedenken in dem neuen Gesetz berücksichtigt wurden. Wir haben im Vorfeld immer wieder auf die Probleme gerade der Urheber, der Komponisten und Textdichter, und ihrer Rechteverwalter, der Musikverleger, hingewiesen, die sich zum Teil völlig anders darstellen als die Probleme der ausübenden Künstler. Die Enquêtekommission des deutschen Bundestages hat dann ja auch in ihrem Abschlussbericht deutlich gemacht, dass der Kreative nicht unter den technischen und rechtlichen Entwicklungen leiden darf und dass die Rechte der Urheber besser geschützt werden müssen. Da aber Politik oftmals das Ergebnis eines Kompromisses ist, sind wir teilweise natürlich auch Opfer der Hardwareindustrie geworden und müssen uns jetzt weiter dafür einsetzen, dass das Urheberrechtsgesetz die Existenz der Kreativen effektiv, unabhängig vom jetzigen und zukünftigen Stand der Technologie, schützt.
Dagmar Sikorski: „Anspruch droht ins Leere zu laufen“
Zum Tag des geistigen Eigentums am 26. April sorgten Kulturschaffende aus allen Bereichen des Entertainments mit einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel für Diskussionsstoff. Vor der Jahrestagung des Deutschen Musikverleger-Verbands vom 9. bis 11. Juni in Lübeck weist dessen Präsidentin Dagmar Sikorski-Großmann im Gespräch mit Manfred Gillig-Degrave auf noch offene Fragen hin.





