Auf Einladung von UCJFE nahmen 30 Fachhändler aus ganz Deutschland am Meeting teil. Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung hoben die Anwesenden miteinander auch einen Händlerkreis aus der Taufe: Dieser soll sich künftig mindestens einmal pro Jahr treffen und auch in der Zwischenzeit den Kontakt untereinander gewährleisten.
Christian Kellersmann, General Manager UCJFE, bezeichnete vor allem die Kommunikation zwischen Handel und Industrie als notwendiges Instrument, um die Klassik aus dem derzeitigen Tal zu führen: „Da sich bei der jungen Generation eine immer größere Langeweile bei Pop und Rock einstellt, haben wir mit der Klassik alle Chancen, die Tonträgerkäufer unter 40 Jahren zu motivieren, sich mit dem Eintauchen in die Klassik vom Stress bei Rock und Pop zu erholen.“
Laut Kellersmann sind heute mehr als 80 Prozent aller Klassikkäufer älter als 40 Jahre – 1994 lag dieser Wert noch bei gut 61 Prozent. Zudem sank die Zahl der Kunden, die im vergangenen Jahr eine Klassik-CD erwarben, im Vergleich zu 1994 um 600.000 auf nunmehr 6,4 Millionen. Durchschnittlich kauften diese Kunden 2,4 CDs pro Jahr.
In einer weiteren Analyse des deutschen Klassikmarkts stellte Markus Petersen, Verkaufsleiter Klassik UCJFE, fest, dass derzeit bei einem Jahresumsatz von 384,9 Millionen Mark eine stabile Basis erreicht sei. Außerdem betonte Petersen, dass Hochpreis-CDs nur noch ein Drittel zum Umsatz im Klassikbereich beitrügen und gerade die Zahl der Kunden im Alter von über 50 Jahren zunehmend per Mailorder ihre CDs kaufen würden. Im Kooperation mit dem Handel will das Unternehmen künftig zur Belebung des Segments die Künstler stärker in den Fokus rücken.
In Diskussionsrunden zwischen Händlern und Firmenvertretern ging es in diesem Zusammenhang unter anderem um die engere Einbindung des Handels bereits im Stadium der Produktplanung.
Außerdem betonte der Kreis der Händler, dass er eine weitere Reduzierung des Risikos im Rahmen von Marketingaktionen erwarte. Jörg Tolle, Mitinhaber SiTo aktiv/Lüneburg, erklärte im Gespräch mit musikwoche.de: „Die Risikoentlastung ist sehr wichtig und wenn die Firmen von einem Produkt überzeugt sind, sollten sie diese auch gewähren.“ Er ergänzte: „Wenn wir zum Beispiel monatlich an einer gezielten Aktion teilnehmen, dann bleiben dabei meist Restbestände über. Diese sollten risikoentlastet sein, und nicht – wie andere Retouren – lange in den Regalen stehen.“
Tolle bestätigte den Vorstoß, künftig den Künstler verstärkt in den Mittelpunkt zu stellen: „Der Klassikmarkt lebt von seinen Facetten.“ Allerdings gab er zu bedenken, dass das Preisniveau auf den Massenmarkt angepasst werden müsse.





