CLIP SPECIAL: „Besonders schöne Wideos“ von BSW Filmproduktion: Mit den Ärzten ins Guiness-Buch

Das Kürzel BSW steht nicht nur für die Nachnamen der drei Regisseure Sven Bollinger, Jan-Christoph Schultchen und Markus Wacker, sondern auch für den Slogan „Besonders schöne Wideos“. Damit wollen sich die drei in einem enger werdenden Markt behaupten.

Dieses Ziel wolle die Firma trotz des Drucks von außen umsetzen, erklärt Markus Wacker, einer der drei Geschäftsführer und Inhaber von BSW. Bei einem Etat zwischen 100.000 und 200.000 Mark, den die Plattenfirmen für einen Videoclip einer deutschen Produktion durchschnittlich zur Verfügung stellen, sei „der finanzielle Druck groß und eine echte Herausforderung“, meint Wacker.

Die Zusammenarbeit mit den Plattenfirmen sei „verbesserungsfähig“. So fordert der Regisseur eine frühere Einbeziehung der Clipmacher in den musikalischen Produktionsprozess, um frühzeitig am Gesamtkonzept inklusive Videobereich mitarbeiten zu können. Kritisch sieht Wacker auch die Änderungen bei den Musiksendern: „Es ist schade, dass Viva Zwei wegfällt, aber ich hoffe auf das neugestaltete Abendprogramm von Viva. Wenn der Sender hier – wie verlautet – alle Spartensendungen von Viva Zwei übernimmt, erreicht er mit den anspruchsvollen Produktionen mehr Zuschauer als bisher. Bei MTV2 wären die Verantwortlichen gut beraten, den Sender aktueller und Independent-orientierter zu gestalten, als dies bei VH-1 der Fall war.“

Dies käme der Firmenphilosophie von BSW entgegen: „Wir wollen mit unseren Clips im Musikfernsehen als die Firma wahrgenommen werden, die Videos mit einer guten Idee produziert,“ so der Regisseur. „Die Bilder müssen zur Musik passen. Wir wollen Geschichten in einer intelligenten, griffigen Form erzählen. Dies ist für uns wichtiger als optische Tricks und technische Spielereien. Bilder dienen uns nicht als Selbstzweck. Vielmehr wollen wir Bildwelten schaffen, die dem Betrachter auch inhaltlich etwas bieten.“

Auf diese Weise zeichnete BSW bisher für Clips unter anderem von Fettes Brot, Fünf Sterne deluxe, Dynamite Deluxe oder Ferris MC verantwortlich. Wacker erklärt: „Bisher haben wir zu etwa fünfzig Prozent Videos für Hip-Hop-Acts gedreht. Dies liegt auch daran, dass wir hier in Hamburg mit dem Label Yo Mama gemeinsam groß geworden sind.“ Aber in Zukunft wollen die Produzenten ihr Spektrum erweitern.

So verfilmte das 1994 gegründete Unternehmen im vergangenen Jahr für die Gruppe Pur den Titel „Adler sollen fliegen“ sowie „Als es passierte“ von Paula und einige Titel der Band Echt. „Für uns arbeiten inzwischen unterschiedliche Regie-Charaktere mit verschiedenen Interessen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt“, fügt Wacker an. So erreichte Sven Bollinger mit dem Video zu „Yoko Ono“ von den Ärzten einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde als kürzester Clip der Musikgeschichte.